Börse Frankfurt
Erholungsversuch gescheitert - Dax setzt Talfahrt fort

Der Blick auf die Anleiherendite der verschuldeten Euro-Staaten und schwache US-Daten machten den deutschen Anlegern am Dienstag Angst und Bange. Der Dax kann auch nach sechs Handelstagen im Minus nicht von der Talfahrt lassen.
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FrankfurtNach sechs Handelstagen in Folge mit Kursverlusten ist auch am siebten Tag die Negativstimmung, trotz einer längeren positiven Handelsphase, nicht vom Aktienmarkt gewichen. Am späten Nachmittag schloss der deutsche Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 5.537 Punkten, nachdem er gestern bereits mehr als drei Prozent verloren hatte. Am Mittag hatte er noch einen Tageshöchststand von 5.682 Punkten erreicht. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 1,1 Prozent auf 8.208 Punkte, der Technologieindex TecDax lag 0,7 Prozent im Minus bei 643 Zähler.

Die wieder anziehenden Renditen der hochverschuldeten Euro-Staaten belasteten den Leitindex laut Börsianern ebenso wie unerwartet schwache Wachstumsdaten aus den USA. Helaba-Analyst Ralf Umlauf bezeichnete die im Vergleich zur ersten Schätzung nach unten korrigierte BIP-Wachstum im dritten Quartal als enttäuschend. Positiv sei dagegen die angehobenen Zahlen zum Außenhandel.

Die Nervosität am Markt bleibt Börsianern zufolge hoch. Aktien drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und folgten damit erneut dem Rentenmarkt, an dem die Renditen insbesondere der hochverschuldeten Staaten der Eurozone (PIIGS) deutlich anzogen.

Der Euro hat am Dienstagnachmittag seine Gewinne zum US-Dollar komplett eingebüßt. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3489 Dollar, nachdem sie am Mittag noch bis auf 1,3568 Dollar geklettert war. Händler begründeten den Rückgang damit, dass Anleger ihre Positionen glattstellten, nachdem Daten ein langsameres Wachstum der US-Wirtschaft als bisher angenommen signalisiert hatten. Der als Anti-Krisenwährung genutzte Dollar legte dagegen zur japanischen Währung um 0,2 Prozent auf 77,09 Yen zu.

Angesichts neuer Sanktionen gegen den Iran ist der Ölpreis am Dienstag gestiegen. Die Furcht vor zunehmenden Spannungen in der Golfregion sorgte dafür, dass sich das Fass der Nordsee-Sorte Brent um ein Prozent auf 107,84 Dollar verteuerte. Der Preis für US-Leichtöl stieg um 1,2 Prozent auf 98,09 Dollar je Barrel. Die USA, Kanada und Großbritannien belegten das iranische Bankensystem mit Sanktionen. Auch zur Öl-Industrie im Iran sollen die Verbindungen gestutzt werden. Die drei westlichen Länder reagierten damit auf den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), demzufolge das iranische Atomprogramm auch die Entwicklung von Kernwaffen zum Ziel haben könnte.

Spekulationen auf eine bevorstehende Kapitalerhöhung haben am Dienstag die Commerzbank-Aktien in der Spitze um 15 Prozent auf ein Rekordtief von 1,12 Euro gedrückt. Die Aktien waren nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Druck geraten, wonach das Geldhaus Finanzkreisen zufolge deutlich mehr Kapital als bisher angenommen braucht. Das Institut wolle den Bedarf bis Mitte 2012 über den Abbau von Risikopositionen (RWA) decken, hieß es in den Kreisen.

Nach der Anhebung der Prognose von Südzucker haben Anleger am Dienstag ordentlich zugegriffen. Die Aktien stiegen um 8,1 Prozent und führten damit die Gewinnerliste im MDax an. Händler beschrieben die Prognose-Anhebung als äußerst überraschend. Die Analysten der NordLB stuften die Aktien hoch auf „kaufen“ von „halten“ und erhöhten das Kursziel um einen auf 24 Euro. Sie begründeten dies unter anderem damit, dass auch das nächste Geschäftsjahr trotz der Schuldenkrise mit ansehnlichen Ergebnissen aufwarten dürfte.

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  • @Ignorant: Auf Marktschwankungen kann man auch ohne Hebel reagieren. ETF/Zertis mit delta=1...

  • Ich lese Ihre kritischen Beiträge meist gerne, andere Sichtweisen können eine Bereicherung sein.
    Schönen Urlaub. Kommen Sie gesund zurück.

  • @Realist: In Kurzform: Der Ton macht die Musik. Guten Flug + dito.

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