Börse Frankfurt
Fitch-Aussagen lassen Dax-Anleger zugreifen

Neben der gestarteten Berichtssaison in den USA sorgt am Dienstag auch eine erfreuliche Aussage zur französischen Top-Bonität für positive Impulse. Dennoch bleibt die Schuldenkrise in Europa das beherrschende Thema.
  • 25

Nach seinen jüngsten Verlusten ist der Dax am Dienstag wieder auf Erholungskurs gegangen. Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag 2,4 Prozent höher bei 6.163 Punkte und lag damit deutlich über seinem Vortagesschluss von 6.017 Punkten, als er 0,7 Prozent nachgegeben hatte. Er stieg zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Anfang November und näherte sich wieder der letztmals Ende Oktober überschrittenen Marke von 6.200 Punkten. Als auffällig beschrieben Händler die hohen Umsätze im Dax, die sich am frühen Nachmittag auf gut zwei Drittel des Gesamtumsatzes vom Vortag beliefen. Offenbar seien nun doch viele Anleger aus den Winterferien zurückgekehrt. Wie lange allerdings die Kauflaune halten werde, sei fraglich. „Das kann sich schnell wieder in Luft auflösen“, sagte ein Händler.

Auch der MDax legte den Vorwärtsgang ein und gewann 2,5 Prozent auf 9.389 Punkte. Belastet von einem Kurseinbruch bei der Software AG fiel der TecDax dagegen um 0,9 Prozent auf 707 Punkte.

Zum Börsenauftakt gaben zunächst die besser als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen von Alcoa Auftrieb. „Obwohl der Aluminiumhersteller insgesamt einen Verlust im vierten Quartal gemacht hat, honorieren Investoren die Zahlen“, sagte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler. Für Optimismus sorgte vor allem das Umsatzwachstum von sechs Prozent auf sechs Milliarden Dollar. Das sei ein gutes Zeichen für die Nachfrage nach Aluminium, erklärten Experten. Der größte US-Alu-Produzent rechnet auch im laufenden Jahr mit einer wachsenden Nachfrage nach dem Leichtmetall.

Zudem sorgte eine Aussage der Rating-Agentur Fitch für Überraschung. So hält der für die Länderratings in Europa zuständige Fitch-Manager Ed Parker eine Herabstufung der AAA-Bonität Frankreichs im laufenden Jahr für unwahrscheinlich. „Anhand aktueller wirtschaftlicher und steuerlicher Entwicklungen in Frankreich rechnen wir nicht mit einer Herabstufung in diesem Jahr“, sagte Parker der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Zugleich erklärte er, dass die Ratings von Euro-Ländern wie Italien und Spanien, die derzeit beobachtet würden, um ein oder zwei Stufen herabgestuft werden könnten. Parker versicherte, dass die Top-Bonität Deutschlands sicher sei. Auch Österreichs AAA-Rating sei aktuell nicht gefährdet, wenngleich von der unsicheren Situation in Ungarn Risiken ausgingen.

Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählten die Aktien der Commerzbank, die sich um 4,8 Prozent verteuerten. In einer Präsentation des scheidenden Finanzvorstands Eric Strutz am Montag vor Investoren in New York hieß es, die Bank sei mit ihren Maßnahmen zur Aufstockung der harten Kernkapitalquote auf neun Prozent gut unterwegs. Und auch die Analysten fassen allmählich Vertrauen, dass die Commerzbank ihre Kernkapitalquote - auch bei einer Abwertung ihrer Staatsanleihen - bis Juni wie von der EU-Bankenaufsicht EBA gefordert auf neun Prozent steigern kann. „Das ist sicher keine einfache Übung, aber mit ein wenig Rückenwind von den Märkten ist es zu schaffen“, sagte Philipp Häßler von Equinet. „Sie haben eine 70-prozentige Chance, dass es klappt“, schätzt Neil Smith von der WestLB.

Ein schwaches US-Geschäft zum Jahresende hat der Software AG die Ziele durchkreuzt. Der Gesamtumsatz liege 2011 mit knapp 1,1 Milliarden Euro währungsbereinigt auf Vorjahresniveau, teilte der Darmstädter Konzern am Dienstag mit. Ende Oktober hatte der Vorstand noch einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von zwei bis fünf Prozent prognostiziert. Der Gewinn nach Steuern sollte eigentlich um zehn bis 15 Prozent zulegen, nun wird er wohl nur den Vorjahreswert 175,6 Millionen Euro ereichen. Sowohl im traditionellen Kerngeschäft mit Software zum Datenmanagement (ETS), in dem die Firma unter anderem mit dem weltgrößten IT-Dienstleister IBM konkurriert, als auch im Bereich Produkte zur Optimierung von Geschäftsprozessen (BPE) lief das Geschäft deutlich schwächer als zuletzt erwartet. Die die TecDax gehandelte Software-Aktie brach über 20 Prozent ein. Auch SAP im Dax wurde davon erfasst und gehört mit einem Minus von 1,5 Prozent zu den wenigen Verlierern.

Dialog Semiconductor haben ihre Aufwärtsbewegung am Dienstag fortgesetzt: Mit einem Plus von mehr als fünf Prozent waren die Papiere des Chipentwicklers so teuer wie Ende Oktober nicht mehr. Der Konzern hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzsprung verbucht - seit der Bekanntgabe der Zahlen am Montag haben die Papiere damit gut sieben Prozent an Wert gewonnen. Dialog wisse, wie man vom Boom bei Smartphones und Tablet-Computern profitieren könne, schrieben die Analysten von Barclays Capital in einem Kommentar. Sie erhöhten das Kursziel der Aktien auf 18 von 17 Euro.

Mit der Erweiterung seines Test-Portfolios ist das Biotechunternehmen Qiagen bei den Anlegern am Dienstag auf Wohlgefallen gestoßen. Die Aktien stiegen im TecDax um 1,4 Prozent, den höchsten Kurs seit gut fünf Monaten. „Qiagen konnte zum einen neue Biomarker akquirieren und zum anderen die Zulassung für neue Regionen bekommen. Mit diesen zwei Meldungen zeigt Qiagen, dass es das Testportfolio erweitern kann, was ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie darstellt“, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger in einem Kommentar.

Die Hannover Rück hat ihre Ziele für 2011 offenbar erreicht. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer bestätigte am Dienstag bei einer Präsentation von Vorstandschef Ulrich Wallin in New York, im Gesamtjahr 2011 einen Überschuss von mehr als 500 Millionen Euro einfahren zu können. Konkrete Zahlen sollen aber erst in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Vom Gewinn könnten mehr als 40 Prozent als Dividende ausgeschüttet werden. In der Lebensrückversicherung erwägt der norddeutsche Konzern zudem Zukäufe, wie es weiter hieß. Dabei würden aber keine strategischen Preise gezahlt. Die Titel gehörten mit einem Plus von 3,2 Prozent zu den Gewinnern im MDax.

Seite 1:

Fitch-Aussagen lassen Dax-Anleger zugreifen

Seite 2:

Detroit Motorshow schiebt Autowerte an

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Fitch-Aussagen lassen Dax-Anleger zugreifen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na Gott sei Dank hat die Redaktion diesen unsäglichen post gelöscht.

  • Ist wahrscheinlich von Außerirdischen entführt und in einer unheiligen Allianz mit den Herrschenden in Area 51 grausamen Experimenten ausgesetzt worden...

  • Die konzentrierteste From des Wahns ist bisher am besten dem letzten Verfasser gelungen. Einfach nur psychotisch. braindead...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%