Börse Frankfurt
G20-Gipfel enttäuschend – Dax schließt tief im Minus

Vor dem Wochenende ging es nochmal kräftig abwärts. Das griechische Politik- und Schuldendrama sorgte für Verunsicherung. Der G20-Gipfel konnte keine überzeugenden Ergebnisse vorweisen.
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Düsseldorf, FrankfurtDer deutsche Leitindex hat am letzten Wochenhandelstag noch einen starken Kursrutsch erlebt und schloss 2,7 Prozent tiefer bei 5.966 Punkten. Gestern hatte der Index noch fast drei Prozent auf 6.133 Punkte zugelegt.

Analysten führten vor allem unerwartet schwach ausgefallene Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten sowie enttäuschende Meldungen vom G20 Gipfel als Begründung an. Die Hoffnung, dass die Politik ein klares Signal in der Schuldenkrise gibt, wurde nicht erfüllt.

„Die anfängliche Erleichterung über die Absage des griechischen Referendums ist einer neuen Unsicherheit gewichen“, sagte Sachs. Premierminister Giorgos Papandreou will in der Nacht zum Samstag die Vertrauensfrage stellen. „Wie es danach in Griechenland weiter geht, ist vollkommen offen“, sagte Sachs.

Der G-20-Gipfel konnte kaum Länder für den EFSF finden, was zusätzlich für pessimistische Stimmung sorgte. „Es gibt eigentlich kaum Länder, die jetzt bereits gesagt haben, wir machen beim Rettungsschirm EFSF mit“, räumte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag am Rande des G20-Treffens in Cannes ein.

Der Euro ging ebenfalls auf Talfahrt und verbilligte sich auf 1,3766 Dollar. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones zur Eröffnung 0,6 Prozent nach. Auf dem G20-Treffen wurde eine Restrukturierung der systemrelevanten Banken beschlossen, damit deren Rettung in Zukunft nicht mehr vom Steuerzahler bezahlt werden muss.

Griechenland-Lösung noch in weiter Ferne

„Selbst wenn das Referendum nicht kommt, sind mehrere Wochen der politischen Instabilität zu erwarten“, sagte Felicity Smith, Fondsmanagerin bei Bedlam Asset Management. Sollte Ministerpräsident Giorgos Papandreou stürzen, werde die Bildung einer neuen Regierung die Verabschiedung der geplanten Sparmaßnahmen voraussichtlich verzögern.

Smith betonte, sie richte bei Investitionsentscheidungen ihre Aufmerksamkeit auf gut geführte Unternehmen, vor allem aus der Industrie, deren Aktienkurs von der Schuldenkrise übermäßig stark in Mitleidenschaft gezogen werde. Dass das griechische Drama auch an den Top-Managern dieser Branche nicht spurlos vorübergeht, machte ABB -Chef Joe Hogan deutlich: „Sie können auch Finanzvorstand Michel Demaré fragen: Irgendwann bekommt man eine posttraumatische Belastungsstörung.“

Anfang der Woche hatte Papandreou die Märkte mit der Ankündigung schockiert, die Griechen in einer Volksabstimmung über das Maßnahmenpaket abstimmen zu lassen. Bei einem Nein der Griechen fürchteten Investoren eine ungeordnete Staatspleite des hoch verschulden Landes und ein Austritt aus der Währungsunion.

Heute ging es vor allem für die Aktien der Commerzbank bergab, die 6,2 Prozent schwächer schlossen und damit das Dax-Schlusslicht bildeten. Das Finanzinstitut gab nach einem Quartalsverlust von fast 700 Millionen Euro sein Gewinnziel für 2012 auf. Vor allem die Abschreibungen europäischer Anleihen zogen die Commerzbank tief in die roten Zahlen. Allein Wertberichtigungen auf ihre griechischen Papiere kosteten sie weitere 798 Millionen Euro. „Das Q3-Ergebnis, der Ausblick und die Notprogramme zur Risikoreduzierung zeigten, wie anfällig die Commerzbank derzeit für Gefahren von außen ist“, schrieb Michael Rohr, Analyst bei Silvia Quandt Research, in einem Kommentar.

Die Deutsche Bank schloss ebenfalls tiefer mit einem Minus von 3,1 Prozent – ähnlich wie die meisten europäischen Bankenwerte. Der europäische Branchenindex verlor 2,6 Prozent. Im Tagesverlauf war der Index noch gestiegen, doch die Meldungen des G-20-Gipfels ließen die Stimmung kippen.

Für pessimistische Stimmung sorgte auch der Ausblick der Dienstleister. Der Einkaufsmanagerindex sank im Oktober um 2,4 auf 46,4 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte 2009. Erst ab 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. „Die anhaltende Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturerlahmung schaden zweifelsohne“, sagte Ökonom Rob Dobson vom Markit-Institut, das monatlich mehr als 2000 Unternehmen befragt.

Weiterhin ist sind die Aufträge der Industrie im September wegen der schwachen Nachfrage aus den Euro-Ländern so stark eingebrochen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Bestellungen lagen um 4,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und schrumpften damit den dritten Monat in Folge. MAN-Aktien fielen daraufhin deutlich und schlossen 4,4 Prozent niedriger.

Für gute Stimmung konnte auch nicht der US-Arbeitsmarkt vom Oktober sorgen (13:30 MESZ). Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 80.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 95.000 erwartet . Die auf einer separaten Haushaltsbefragung basierende Arbeitslosenquote sank auf 9,0 von 9,1 Prozent. Zugleich wurden aber die September-Daten kräftig auf 158.000 von 103.000 Stellen nach oben revidiert.

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  • " ...Die Trolle warten natürlich nur darauf, dass wir uns mit dem Ding verzocken...=)...."

    Nööö! Machen Trolle, wie Sie es nennen, sind einfach nur keine Zocker. Aber wer nicht reiner Zocker ist, der ist letztlich in dem Forum nicht willkommen und wird deshalb von den Tradern, wenn es denn welche sein sollten, gemobbt! Mit der Toleranz der Trader, wenn es denn welche sein sollten, ist es nämlich nicht weit her, wie man leicht nachlesen kann.

    Übrigens warte ich mit Neuengagements in Aktien, riskantere Papiere erwerbe ich nicht, bis der Dax nach dem ersten "Italien-Crash, oder Spanien-Crash bei 5.200 Punkten steht. Vielleicht warte ich auch auf die 4.800 Punkte.

  • So, die crazy hour der amis boxt mich per SL bei 6090 raus(über das WE keine offenen Positionen), in Summe ein passabler Tag. Bis Montag!

  • LE 6010, TP 6025.

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