Börse Frankfurt
Ein moralischer Sieg

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Kim und Trump spielen Damokles

Die Freude über die niedrige Inflation war im trüben Marktumfeld und angesichts der bedrohlichen geopolitischen Lage so groß, dass die Kurse in Europa bis kurz vor dem Wochenende minimal zulegten, obwohl der Wechselkurs sich nicht zugunsten der exportorientierten Europäer entwickelte. Der Euro verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1,1794 Dollar.

Das leichte Aufbäumen war aber nicht mehr als der Versuch eines versöhnlichen Wochenausklangs, der angesichts des Späthandels nicht wirklich gelang. Die Lage im Hintergrund bleibt bedrohlich, auch wenn es heißt: Politische Börsen haben kurze Beine. Denn die Furcht basiert vor allem darauf, dass die Korea-Krise zumindest verbal bereits entglitten zu sein scheint. Wie ein in weiter Ferne Hintergrund glänzendes Damoklesschwert schwebt ein bewaffneter Konflikt zwischen dem autoritären Nordkorea und der Atommacht USA über dem Parkett. Grund für die zunehmende Risikoscheu is die Dynamik. Auf erwidernder Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die Führung um Kim-Jong Un folgt deren Nachschlag.

„Obwohl alle Seiten sowohl die USA als auch Nordkorea zur Mäßigung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufrufen, ist das zurzeit unwahrscheinlich“, sagte Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank. „Nach wie vor zeichnet sich keine verbale Abrüstung zwischen den beiden emotionalen Führern aus Nordkorea und den USA ab“, sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz.

Vor genau einer Woche hatten Anleger zu einem Befreiungsschlag angesetzt. Doch die unsichere geopolitische Lage verhinderte einen positiven Trend. Auch die Wall Street, die anders als Europa einen hervorragenden Rekordsommer erlebt, geriet in der laufenden Woche ins Stottern. Im Vergleich zum Freitag verlor die Frankfurter Benchmark 2,3 Prozent, der Euro-Stoxx-50 genau drei und der Dow-Jones-Index 1,3 Prozent.

Zu den wenigen deutlichen Gewinnern zählten die beiden Fresenius-Titel. Die Mutter legte im Dax 1,7 Prozent vor, FMC-Scheine verteuerten sich um 1,7 Prozent. Im MDax verloren die Aktien von Innogy 1,3 Prozent. Die Ökostrom-Tochter von RWE konnte im ersten Halbjahr 2016 zwar operativ zulegen, doch die Aktionäre zeigten sich nicht überzeugt, der schwierige Vertrieb in Großbritannien stört.

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  • Es war an der Zeit, dass die Augenweide des Handelsblattes, Sandra Navidi,
    wieder kommentiert. Es war auch moralisch geboten, da wichtige Leser, ob des Fehlens von Frau Navidi am Wochenende dem Alkohol verfallen könnten. Zum großen Glück, von bekannten Abhängigen, dürften wir in aller Bescheidenheit
    diesen Kommentar unserer geschätzten Frau Navidi hören.

  • Es geht dem September zu und der durch Dieseldämpfe schon vergiftete alte Dax hat den üblichen
    Schwächeanfall. Die Dividenden sind so gering, daß das Tier ohnehin unterernährt ist.

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