Börse Frankfurt
Konjunkturängste schicken Dax auf Talfahrt

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA, dazu ein miserabler Ifo-Index: Viele Anleger fürchten, die Weltkonjunktur könnte sich spürbar abschwächen. Der Dax schließt deutlich im Minus.
  • 51

FrankfurtAm letzten Wochenhandelstag ging es für den Deutschen Leitindex deutlich abwärts. Der Dax beendete den Freitagshandel 1,26 Prozent tiefer bei 6.263 Punkten. Belastend wirkten vor allem schwache Konjunkturdaten aus den USA und China. Die Bankenherabstufung durch Moody's sorgte dagegen nur für einen kurzen Schreck. Auf Wochensicht hat der Dax 0,74 Prozent dazugewonnen.

"USA, Europa, China - wo immer man hinblickt, kann sich eher auf einen Abschwung einstellen als auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend", sagte ein Händler. Nach den US-Konjunkturdaten vom Donnerstag trübte zum Wochenschluss die deutsche Wirtschaft die Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni auf 105,3 Punkte von 106,9 Zählern im Mai, das Barometer sank damit den zweiten Monat in Folge. Börsianer Markus Huber von ETX Capital sah dies allerdings positiv: Das Stimmungsbarometer, habe zwar die Erwartungen verfehlt, aber die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt. Zudem habe der Rundumschlag der Ratingagentur Moody's gegen die Banken die Anleger nur kurz verschreckt. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sieht den Dax „gefangen zwischen Bangen und Hoffen“.

Nach Einschätzung vieler Analysten kommt der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas angesichts der anhaltenden Euro-Krise wenig überraschend. Helaba-Analystin Viola Julien warnt zudem vor allzu großer Schwarzmalerei: "Die unerwartete Verbesserung der Geschäftslage stimmt zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal Wachstum verzeichnen kann." Der Index der Geschäftslage stieg auf 113,9 Punkte von 113,2 Zählern. Hier waren 112,3 Punkte erwartet worden.

Vor diesem Hintergrund verloren insbesondere die Aktien konjunktursensibler Unternehmen an Wert. HeidelbergCement-Aktien schlossen 1,9 Prozent tiefer. Für Infineon-Papiere ging es 3,6 für BASF-Aktien 3,8 Prozent nach unten. Die Lufthansa-Aktie hingegen profitierte von einer Kaufempfehlung und gehörte mit einem Plus von 1,4 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Der Internationale Währungsfonds hat die Europäische Zentralbank zu einem aktiveren Eingreifen in die Euro-Schuldenkrise aufgefordert. Kurzfristig sei eine "kreative, innovative Geldpolitik" notwendig, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern in Luxemburg.
Dazu gehöre nicht nur eine Zinssenkung, sondern auch der erneute Einsatz unkonventioneller Instrumente. Die Zentralbank könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer quantitativen Lockerung einführen.

Am Nachmittag kam die Meldung, dass die vier führenden Volkswirtschaften der Europäischen Union ein Wachstumspaket von rund 130 Milliarden Euro planen. Mit Investitionen im Umfang von einem Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts solle in der Finanzkrise "ein Zeichen" gesetzt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das konnte dem Dax aber nicht zu Kursgewinnen verhelfen.

Seite 1:

Konjunkturängste schicken Dax auf Talfahrt

Seite 2:

Es kriselt in der Bankenwelt - doch Bankaktien sind gefragt

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Konjunkturängste schicken Dax auf Talfahrt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Anleger heißt in Zukunft Ribezahl. Er beachtet Gebot nr.4 und nr.7 nicht.

  • Hehe, was soll außer Rohstoffen denn sonst noch sein!?
    Immerhin kennen und achten Sie Marys Regeln.
    Als Einziger :)

  • Humor ist, wenn man trotzdem lacht :) Viel Spaß, Hamburger, beim Spiel. Und weiterhin viel Erfolg nächste Woche.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%