Börse Frankfurt
Krimi in Athen hält Dax in Atem

Griechenland hält die Börsen weiter im Bann. Die Zeit drängt und noch immer kann sich die Regierung nicht auf die Forderungen der Troika einigen. Der Dax wird wieder zum Spielball der Entwicklungen in Griechenland.
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DüsseldorfIm Griechenland-Drama warten die Anleger auf den letzten Akt. Auch Politikern wie Angela Merkel und Nicolas Sarkozy reist langsam der Geduldsfaden. Solange sich die Griechen nicht auf die Sparauflagen einigen können, kann das zweite Hilfspaket an das Problemland nicht geliefert werden.

Die Börsen zeigten sich im Tagesverlauf von den Entwicklungen in Griechenland beeindruckt. Schwach gestartet, schaffte der Dax am Nachmittag kurz den Sprung ins Plus. Am Ende ging der Leitindex mit einem leichten Minus von 0,03 Prozent auf 6.765 Punkte aus dem Handel. Der MDax beendete den Handelstag 0,5 Prozent tiefer auf 10.360 Punkte und der TecDax sank um 0,4 Prozent auf 769 Zähler.

Letzte Woche konnten noch gute US-Wirtschaftsdaten das Drama um Griechenland in den Hintergrund drücken. Heute zeigten sich die Anleger wieder sensibilisierter bei diesem Thema. Besonders ein angebliches Ultimatum sorgte für Verwirrung an den Märkten. Aus griechischen Regierungskreisen hieß es, dass die internationalen Kreditgeber Griechenland eine Frist setzten, bis zu der Griechenland sich hätte entscheiden müssen, ob sie die Sparauflagen der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds akzeptiere. Später wurde dieses Ultimatum jedoch revidiert. Ein Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: „So eine Frist gibt es nicht.“ Die einzige Deadline, die es gebe, sei, sich bis zum nächsten Treffen der Euro-Gruppe zu einigen. Das Treffen wird in dieser Woche erwartet.

"Akzeptieren oder pleite gehen"

Der finanziell angeschlagene Staat muss die Sparauflagen akzeptieren um die dringend benötigten Finanzhilfen der internationalen Kreditgeber zu erhalten. Bisher haben sich die Koalitionsparteien am Sonntag auf Kürzungen im Umfang von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geeinigt. Auf harten Widerstand stößt die Forderung der Troika, den Mindestlohn zu senken sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu streichen. Falls sich die Regierung tragenden Parteien in Athen in dieser Frage nicht verständigen, soll dem Land der Kredithahn zugedreht und das vereinbarte zweite Rettungspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro nicht auf den Weg gebracht werden.

Die Zeit ist knapp, das wissen auch Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy. „Es ist eine Sache von Tagen, dann müssen wir zum Schluss kommen. Das ist die klare Botschaft“, sagte Sarkozy. Angela Merkel fügte in Paris hinzu:„Ich will bekräftigen: Es kann keine Einigung geben, wenn Troika-Vorschläge nicht umgesetzt werden.“

Aus Sicht von Sudaria hat das hoch verschuldete Land wenig Spielraum: „Die Alternativen sind klar: Akzeptieren oder pleite gehen.“

Langfristig herrscht jedoch ungeachtet vom heutigen Trubel Zuversicht. An den Märkten glaubt keiner, dass es keine Einigung in Athen gibt. Die Auslieferung des zweiten Hilfspakets gilt bei Anlegern als sicher.

Die US-Börsen zeigten sich am Montag im roten Bereich. Nach Frankfurter Börsenschluss verzeichnete der Dow Jones ein Minus von 0,3 Prozent auf 12.822 Punkte, der S&P-500 sank um 0,3 Prozent auf 1.341 Zähler und der Nasdaq-100 lag ebenfalls 0,3 Prozent im Minus auf 2.522 Punkte.

Auf dem deutschen Aktienmarkt hatten heute die Banken-Titel mit dem Thema Griechenland deutliche Probleme. Die Commerzbank schloss heute 1,3 Prozent tiefer und die Deutschen Bank sank um 1,2 Prozent. Der europäische Branchenindex der Banken, Stoxx 600 Banks, verlor am Montag 0,6 Prozent.

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  • Laaaangweilig. Ich wüsste gerne mal was wirklich passiert, wenn GR zahlungsunfähig wird. Was war das noch spannend zwischen Sep und Dez 2011. Ist das die Ruhe wie vor der "USA Einigung2011?". Ab der Einigung gehts runter?

  • @ Delta

    Nicht? Jetzt haut mich das aber um. Wäre so schön gewesen. Dann eben nicht. )-:

  • @Oberkenner

    schon bei 5000 Punkten gekauft.....LVMH 108,Eon 14,ING 5,Infineon 5,Yum 36,Bayer 36,Aegon 2,7,Post 10.....
    Da sag ich danke.
    Wo ist das Problem?zeig mal auf.....300Mrd. in GR sind nicht wirklich etwas das einen interessiert.
    Es wird zur Panik gemacht dass alle ausssteigen und wer steigt ein?die Banken.....oder diejenigen die "Krisenerprobt" sind und sich auskennen....sowas aber auch.....da kann man auch mal abbauen.Vielleicht verkauf ichs dir,und dann Talfahrt ;-)))

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