Börse Frankfurt: Schlussbericht
Hexen können dem Dax nichts anhaben

Der Wirbel wegen des großen Verfalltages an der Börse war groß, heftige Kursschwankungen wurden erwartet. Am Ende passiert so gut wie nichts. Der Dax schließt leicht im Plus. Was bleibt ist die Sorge, dass es schon bald weiter nach unten gehen könnte mit den Kursen.

HB DÜSSELDORF. Der mit Spannung erwartete Große Verfallstag an den Terminbörsen ist vollkommen unspektakulär verlaufen: Der Leitindex Dax schwankte bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und schloss 0,04 Prozent höher bei 4 839 Punkten. Für den MDax ging es um 0,98 Prozent auf 5 683 Punkte nach oben, der TecDax arbeitete sich um 0,41 Prozent auf 613 Punkte vor.

Beim sogenannten Hexensabbat verfallen Optionen und Terminkontrakte auf Einzelaktien und große Indizes wie den Dax und den Euro Stoxx 50. Börsianer stellen sich dieses Mal auf besonders volatile Kursbewegungen ein. Vier Mal im Jahr kommt es an den Terminbörsen zum sogenannten Dreifachen Hexensabatt, dem großen Verfallstag für Optionen. Oft wird der Termin aber grob überschätzt, denn es ist nicht mehr wie vor 15 oder 20 Jahren, als es an diesen Tagen zu starken Kursbewegungen kam.

VW-Aktien verloren gut drei Prozent, sorgten aber nicht wie erwartet für Turbulenzen. An der Börse wurde gemutmaßt, was mit den auslaufenden Optionen von Porsche geschehen könnte. Es wurde vermutet, dass sich der Sportwagenbauer über Optionen den Zugriff auf weitere rund 20 Prozent der VW-Stimmrechte gesichert hat. Porsche hält bereits 51 Prozent der Stimmrechte an VW.

Zugleich schlossen die Börsianer nicht aus, dass die VW-Aktien zum Handelsschluss kaum verändert notieren.

Die Optionen auf die einzelnen Aktien verfielen mit der Schlussauktion. Zuvor wurden am Mittag die Terminkontrakte und die Optionen auf die Indizes fällig. Im Vorfeld des Verfalls versuchen Anleger häufig, die Kurse in einer für sie günstige Richtung zu beeinflussen. Daher treten fundamentale Faktoren an Verfalltagen meist in den Hintergrund. Allerdings blieb es ruhig bei VW und Porsche.

Die Porsche-Titel schlossen nach der Vorlage von Neun-Monats-Zahlen 1,35 Prozent niedriger. Die Titel sind in keinem Index gelistet.

Für die mittelfristigen Perspektiven sind die meisten Börsianer eher skeptisch. "Ich denke, dass das Eigenleben der Märkte bald ein Ende haben wird", erklärte Oliver Roth, Händler bei Close Brothers Seydler. "Wir werden eine Konsolidierung sehen, die die Kurse auf ein Niveau bringt, das die Realwirtschaft widerspiegelt", fügte er hinzu. Der Dax könnte daher im zweiten Halbjahr wieder eher in Richtung der 4.000 Punkte laufen.

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