Börse Frankfurt
Schwacher Tag nach starker Woche für den Dax

Der deutsche Leitindex hat die sechste Gewinnwoche in Folge geschafft. Vor dem Gipfeltreffen am Montag gingen Anleger jedoch lieber auf Nummer sicher. Zusätzlich drückten US-Daten auf die Stimmung.
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Frankfurt, DüsseldorfAnleger schauten heute auf die Verhandlungen Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern und auf die Wirtschaftsdaten der USA. Nach einer guten Wochenbilanz nahmen einige Anleger lieber die Gewinne mit, was auf die Kurse drückte. Insgesamt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer bei 6.511 Punkten. Auf Wochensicht hat er aber fast 1,7 Prozent zugelegt – die sechste Gewinnwoche in Folge. Seit Jahresanfang beläuft sich das Plus auf gut zehn Prozent.

Dass der Dax am Nachmittag ins Minus fiel, lag zum einen an den Konjunkturdaten der USA. Zwar ist die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal so stark gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr – das Bruttoinlandsprodukt legte im vierten Quartal 2,8 Prozent zu –, allerdings war dies für Anleger zu wenig, zumal Analysten ein Wachstum von drei Prozent erwartet hatten. Außerdem belastete der schwache Arbeitsmarkt, das ständige Sorgenkind der USA, die Märkte. Trotz des Endspurts schaffte die US-Wirtschaft 2011 nur ein Plus von 1,7 Prozent, nachdem es 2010 noch drei Prozent waren. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schaffte drei Prozent Wachstum.

„Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum US-BIP sind nach einer stramm positiven Woche an den Aktienmärkten ein willkommener Grund für Gewinnmitnahmen“, kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die Kursschwäche. „Es muss sich aber niemand über das US-Wirtschaftswachstum grämen.“

Griechenlands Einigung bald erwartet

Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit den Privatgläubigern über einen Schuldenschnitt kommen offenbar voran. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, man stehe kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen, falls nicht am Freitag, möglicherweise am Wochenende. Spätestens bis Ende März muss eine Einigung stehen, da das Land dann fast 15 Milliarden an Schulden refinanzieren muss. Rehn hatte am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt, dass Griechenland möglicherweise mehr Geld braucht als bisher angenommen. Die Bundesregierung wertete die Äußerung Rehns als unnötige Verwirrung.

EZB-Präsident Mario Draghi schlug am Freitag düstere Töne an. Die Schuldenkrise werde andauern, die harten Sparprogramme bedrohten das Wachstum: „Viele der betroffenen Länder wachsen nicht.“ Bei Griechenlands Schuldenschnitt bleiben viele Experten noch skeptisch.

Stahlaktien unter Druck

Anleger beobachteten heute insbesondere die Werte von ThyssenKrupp. Der Aufsichtsrat des Konzerns berät kommende Woche (Dienstag) über den geplanten Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. Das gab der Konzern am Freitag in Essen bekannt. Am Vortag hatten die Thyssen-Krupp-Aktien 4,5 Prozent gewonnen. Die Aktie schloss heute 1,1Prozent tiefer.

Die drastische Senkung der Gewinnprognose bei Nippon Steel drückte europaweit auf die Stahl-Aktien. Der japanische Stahlkonzern hatte seine Jahresprognose wegen schwacher Exporte und gesunkener Preise um ein Drittel gesenkt. Daraufhin waren die Nippon-Steel-Titel um mehr als drei Prozent gefallen. Salzgitter und Klöckner gaben um bis zu zwei Prozent nach. In Paris und Amsterdam fielen Arcelor-Mittal 0,6 Prozent. Voestalpine verzeichneten in Wien ein Minus von gut einem Prozent.

US-Unternehmen mit schwachen Bilanzen

Hohe Materialkosten sowie Verluste in Europa und Asien brockten dem zweitgrößten US-Autobauer Ford einen Gewinnrückgang ein. Der Konzern wies für das vierte Quartal einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar aus, etwa 200 Millionen Dollar weniger als vor Jahresfrist. Pro Aktie verdiente Ford mit 20 Cent fünf Cent weniger als von Analysten im Schnitt erwartet.

Procter & Gamble mussten ebenfalls Verluste einstecken. Teure Rohstoffe und eine Abschreibung aufs Friseurgeschäft halbierten den Gewinn des weltgrößten Konsumgüterkonzerns im zweiten Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar. Die Dividendenpapiere des Henkel-Rivalen fielen um 0,5 Prozent. Weiter enttäuschte Chevron die Anleger mit seiner Quartalsbilanz.

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  • Der Dax wird weiter steigen. Endlich bekommt er den Lohn für sein geduldiges Verhalten in der Vergangenheit. Dax- Produkte versprechen keine großen Renditen,aber eine lukrative Geldanlage bei relativ wenig Risiko. Die Aussichten für den Dax sind mehr als günstig, wenn auch die "sogenannten Experten" versuchen die aufkommende positive Stimmung zu drücken. Aber was heißt schon Experte ? Die ganze Welt ist voll von Experten. Für alles gibt es "selbsternannte" Experten. Jeder "Profilierungssüchtige" nennt sich Experte. Auf die kann man sicherlich nicht bauen. Deshalb sollte jeder nach seinem "Bauchgefühl" entscheiden. Keinesfalls auf Empfehlung eines Experten. Denn dann ist er und sein "Sauer-Erspartes" verloren.

  • ich werde euch updaten was mit den hellas-bonds weiter passiert.

    am 05/3. wird jedenfalls erstmal die a0t7c7, und danach am 15/6. die 844080 (beide gekauft im juli 2011 mit 96,38 bzw. 94,74 % und rendite von 8,3 bzw. 14,7 % p.a.) ohne probleme zu 100 % getilgt.

    @ r2d2, mit der klage bist du auf den richtigen weg !


    happy trading and investing :-)

  • 1)Empfindlich: >=5+1 Zitat - Wenn man nicht weiter kann, wird die Niveaukeule geschwungen.
    2)Merkwürdig: Was war den hier "persönlich"? Und schon wieder Ursache und Wirkung verwechselt.
    3)Lächerlich: Überlassen kann man nur etwas, was einem gehört. Gehört KeepCool dieses Forum?
    4)Unglaubwürdig: Ihre Kommentare werden hier wohl auch in Zukunft lesbar sein.
    5)Unsäglich: Für mich ein konstruierter Gegensatz - nur weil ich täglich taktisch handele, mein Interesse an strategischen Belagen zu bestreiten, blendet nicht nur die Historie der letzten 6 Monate aus, es ist auch faktisch unbegründet und zeigt nur einmal mehr die Begrenztheit der Argumente.
    6)Bedauerlich: Auch wenn man nicht einer Meinung ist, könnte man am sachlichen (!) Austausch Interesse haben - wohl zu viel verlangt.

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