Börse Frankfurt
Showdown an den Märkten

Nach einem heftigen Wahlkampf und Turbulenzen an den Börsen entscheidet sich in der Nacht zu Mittwoch, wer US-Präsident wird. Anleger halten sich alle Optionen offen, der Dax schließt leicht im Plus.
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FrankfurtDer Showdown zwischen Hillary Clinton und Donald Trump hat Anleger am Dienstag weltweit in seinen Bann gezogen. Viele hielten sie sich am Tag der US-Präsidentschaftswahl mit Engagements zurück. „Das ist wahrscheinlich die Ruhe vor dem Sturm“, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensberaters Janlyn. Am Mittwoch könnten die Kurse abhängig vom Wahlausgang in beide Richtungen ausschlagen.

Der Dax legte um 0,2 Prozent auf 10.482,32 Punkte zu und der EuroStoxx50 gewann 0,5 Prozent auf 3023,43 Zähler. Am Montag hatten die beiden Indizes getrieben von der Hoffnung auf einen Sieg Clintons jeweils knapp zwei Prozent zugelegt. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, hielt seine Gewinne am Dienstag ebenfalls und notierte bei 97,797 Punkten. Ein Euro kostete 1,1041 Dollar. Auch an den Rohstoffmärkten warteten Investoren ab: Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostete 46 Dollar je Barrel (159 Liter) und die „Antikrisen-Währung“ Gold 1273,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

„Der jetzt neu aufkeimende Optimismus vor den Wahlen erinnert aber auch an die Umfragen zum Brexit“, warnte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. „Die Anleger haben noch genau in Erinnerung, wie das endete.“ Das überraschende Votum zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU löste Ende Juni ein Börsenbeben aus.

In Umfragen lag Clinton wenige Prozentpunkte vor ihrem Kontrahenten Trump. Demoskopen sehen die Wahrscheinlichkeit, dass die ehemalige Außenministerin das Rennen um das Weiße Haus gewinnt, bei 90 Prozent. „Ein Sieg Clintons würde 'Business As Usual' für die US-Wirtschaft und die Grundausrichtung der Politik bedeuten“, schrieben die Experten des Vermögensverwalters La Francaise in einem Kommentar. Der Milliardär Trump gilt dagegen wegen seiner Unberechenbarkeit als „Börsenschreck“.

Ablenkung von der US-Wahl bot die anhaltende Flut von Firmenbilanzen. Im Dax gehörte die Deutsche Post mit einem Kursplus von 1,5 Prozent zu den Favoriten. Dank des boomenden Online-Handels verdiente der Brief- und Paketzusteller im abgelaufenen Quartal operativ so viel wie noch nie und übertraf dabei die Markterwartungen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnen die Bonner mit weiteren Bestwerten.

Am Nachmittag rückte United Internet ins Rampenlicht. Der Finanzinvestor Warburg Pincus kauft für bis zu 450 Millionen Euro rund ein Drittel der Sparte Business Applications, in der unter anderem das Webhosting-Geschäft gebündelt ist. Ein späterer Börsengang dieses Bereichs sei nicht ausgeschlossen. United-Internet-Aktien drehten daraufhin ins Plus und schlossen 5,3 Prozent höher.

Mit Enttäuschung reagierten Investoren auch auf den 40-prozentigen Anstieg des operativen Gewinns von ArcelorMittal. Analysten hatten auf noch mehr gehofft - dies drückte die Titel des weltgrößten Stahlkochers 4,3 Prozent ins Minus.

An der Wall Street sorgte der Kurssturz von Hertz für Furore. Die Aktien des Autovermieters verloren wegen gekappter Gewinnziele zeitweise mehr als die Hälfte ihres Wertes - so viel wie noch nie. Eine gesenkte Umsatzprognose setzte Valeant zu. Die Aktien des kanadischen Pharmakonzerns fiele an der Börse Toronto um knapp 30 Prozent auf ein Sechseinhalb-Jahres-Tief von 18,41 kanadischen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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