Börse Frankfurt
Sorge um verzögertes Euro-Urteil drückt Dax ins Minus

Der Traum der Überschreitung der 7.000-Punkte-Marke ist zumindest am Montag ausgeträumt. Grund war auch eine Meldung von Handelsblatt Online zum wackelnden Zeitplan für das Euro-Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
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Gemächlich ist der Dax in eine neue Sommerwoche gestartet - bis kurz vor Handelsschluss am Montag Spekulationen auf Basis eines Berichts von Handelsblatt Online für Unruhe sorgten, dass sich der Entscheid der Karlsruher Richter über den europäischen Rettungsfonds ESM verzögern könnte. Die Aktienkurse gaben daraufhin nach. Der Leitindex beendete den Handel 0,5 Prozent niedriger bei 6909 Zählern.

Auslöser für die Spekulationen war Händlern zufolge die Nachricht über eine neue Verfassungsbeschwerde gegen den Rettungsschirm ESM und den EU-Fiskalpakt. Eine Initiative um den Berliner Finanzwissenschaftler Markus Kerber will, dass die Karlsruher Richter bei ihrer Entscheidung über ESM und Fiskalpaket ein Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union abwarten. Damit könnte der Karlsruher Termin am 12. September ins Wanken geraten, so die Befürchtungen. Investoren warten ungeduldig auf ein Urteil. Schließlich hängt davon der ausgehandelte Rettungsfahrplan für die Eurokrise ab."

Das Börsenbarometer war im Tagesverlauf zunächst bis auf 6.976 Punkte gestiegen, bevor es runter ging bis auf knapp über 6900 Zähler. Auch die zweite Reihe schnitt nicht besser ab: Der MDax verlor im Tagesvergleich 0,6 Prozent auf 10.988 Punkte, der TecDax rutschte sogar um ein Prozent auf rund 775 Zähler ab.

„Wir hängen zwischen den Seilen“, sagte ein Händler. Die Berichtssaison sei größtenteils gelaufen, und neue konjunkturelle Erkenntnisse seien erst mit Daten ab Dienstag zu erhoffen. Dann stehen unter anderem der ZEW-Index und die US-Frühindikatoren (am Freitag) an. „Also bleibt uns jetzt erst einmal nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass uns Fortuna küsst.“

Die Aktien von Solarworld haben mit herben Abschlägen auf die Zahlen des ersten Halbjahrs und die Verlustprognose reagiert. Die Aktien rutschten 12,2 Prozent auf 1,16 Euro ab. Das Unternehmen hatte überraschend im ersten Halbjahr einen Verlust gemacht und für das Gesamtjahr erklärt, kein positives Ebit erreichen zu können. „Die Zahlen sind richtig übel, der dicke Verlust kam aus heiterem Himmel“, sagte ein Händler. „Man sieht mal wieder, dass die Krise in der Solarindustrie überall ihre Spuren hinterlässt - auch Solarworld ist davor nicht gefeit.“

Vorstandschef Frank Asbeck erwartet nach millionenschweren Abschreibungen und tiefroten Zahlen in den ersten sechs Monaten entgegen früheren Ankündigungen nun auch im Gesamtjahr einen operativen Verlust. Als Hauptgrund für die Misere nannte er am Montag den Preisverfall ausgelöst durch das Preisdumping chinesischer Konkurrenten. Wertberichtigungen von rund 120 Millionen Euro sorgten im ersten Halbjahr für einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 143,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 70,5 Millionen vor Jahresfrist. Analysten hatten mit Gewinnen gerechnet.

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Deutsche Bilanzsaison nähert sich ihrem Ende

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