Börse Frankfurt
Und dann kam Draghi

Zum Wochenstart sorgte Japans Wirtschaft für die erste Enttäuschung und zog die Märkte runter. Doch am Nachmittag eilte Draghi zur Hilfe und sorgte mit einer wagen Äußerung für Kauflaune unter Dax-Anlegern.
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Die Bilanzsaison ist zu Ende, große Termine gibt es nicht. Anleger müssen sich auf eine zähe Handelswoche einstellen und werden wohl bei den Impulsen eine Durststrecke durchmachen müssen.

Der Montag begann zunächst mit einer schlechten Nachricht: Die japanische Wirtschaft war überraschend in eine Rezession gerutscht und sorgte am Markt für Nervosität. „Es ist ein kleiner Schock, da die Leute geglaubt hatten, dass die Bank of Japan alles unter Kontrolle hat“, sagte Analyst Nicolas Cheron vom Brokerhaus FXCM. Weitere größere Kursrückschläge seien allerdings nicht zu erwarten. „Anleger rechnen weiterhin mit weltweiten Stützungsmaßnahmen der Notenbanken.“

Und diese Einschätzung sorgte dafür, dass sich der Dax am Nachmittag berappeln konnte. Am späten Nachmittag gab Draghi dem Dax noch einen Schub: Draghi hatte erklärt, unkonventionelle Maßnahmen könnten auch den Ankauf von Staatsanleihen umfassen. Der Deutsche Leitindex ging schließlich 0,6 Prozent höher bei 9.306 Punkten aus dem Handel. Der japanische Leitindex Nikkei war um drei Prozent eingebrochen.

Neben Japan belastete laut Börsianern noch der ernüchternde Verlauf des G20-Gipfels. Die 20 größten Industrienationen und Schwellenländer seien einer Lösung der Ukraine-Krise keinen Schritt näher gekommen, sagte ein Händler. Im Gegenteil: Die am Wochenende deutlich gewordenen starren Fronten zwischen dem Westen und Russland dürften so manchen Börsianer nachdenklich stimmen, fasste LBBW-Analyst Wolfgang Albrecht zusammen. Vor diesem Hintergrund legten Dollar und Euro zum Rubel jeweils bis zu 0,8 Prozent zu.

Aus Furcht vor einer weiteren Abschwächung der Nachfrage ging auch der Ölpreis tiefer in die Knie. Die richtungweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 2,2 Prozent auf 76,88 Dollar je Barrel (159 Liter).

Dax-Anleger erwartet insgesamt eine eher ruhige Woche, schätzt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. „Uns werden die kursbewegenden Nachrichten fehlen, einige US-Konjunkturdaten aus der zweiten Reihe dürften in den Vordergrund rücken.“ Angesichts dieser mauen Impulse rechnet der Experte beim Dax nicht mit großen Kursbewegungen. „Ich bin zwar vorsichtig optimistisch, allerdings sollten Anleger die vielen geopolitischen Krisen im Auge behalten.“

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Merck an der Dax-Spitze

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  • Ich werf mich weg.....das geilste Forum...ever,ever,ever.
    Ich rauch mich weg.....das geilste Forum...ever,ever,ever.
    Ich sauf mich weg.....das geilste Forum...ever,ever,ever.

  • Hallo Peter,komm zurück,der Hein ist einfach zu....

  • "Zum Zeitpunkt....."

    tja, an der Börse kann kann es jeden Tag fallen oder steigen oder anders herum
    vor allem 700 Punkte unter ATH.

    Aber wenn man sich erst seit kurzem damit beschäftigt habe ich für solche Wasserstandsmeldungen innerhalb eines Börsentages großes Verständnis :)

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