Börse Frankfurt
Verschnaufpause beim Dax

Nach dem Anstieg zu Wochenbeginn hat der Dax am Mittwoch eine Pause eingelegt. Er schloss im Minus. Die Eintrübung des deutschen Konsumklimas sowie die Unsicherheit in der Ukraine belastete den Markt.
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Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch ihre Aufholjagd der vergangenen Tage unterbrochen. Der Dax schloss zur Wochenmitte 0,2 Prozent schwächer bei 9569 Punkten. Am Morgen hatten die Anleger noch Kasse gemacht, nachdem sich das deutsche Konsumklima überraschend stark eingetrübt hatte. „Insgesamt setzen die meisten Investoren aber nach wie vor darauf, dass die EZB die Geldschleusen noch weiter öffnen und die Fed den Geldhahn nur langsam zudrehen wird“, sagte ein Börsianer.

Der MDax schloss unverändert bei 16.273 Punkten, der TecDax rückte um 0,6 Prozent auf 1256 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte unverändert.

EZB-Chef Mario Draghi hatte Ende vergangener Woche mit Aussagen zur Entschlossenheit der EZB im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation Spekulationen auf eine quantitative Lockerung der Geldpolitik durch Wertpapier-Ankäufe ausgelöst. Die nächste Sitzung des EZB-Rates findet kommende Woche statt. Bis dahin dürfte Vorsicht überwiegen, hieß es an den Börsen. Dies zeigte sich in den weiter niedrigen Umsätzen. Die Unsicherheit über die Entwicklung in der Ukraine dämpfe zusätzlich die Stimmung, stellte Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets, fest. Nach dem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko bekundeten beide Seiten ihr Interesse an einer friedlichen Lösung, allerdings konnte auch keine wirkliche Lösung gefunden werden.

Neben dem überraschend deutlich gesunkenen deutschen GfK-Konsumklima bot die Datenagenda hierzulande kaum Impulse. Der deutsche Importpreisindex war im Juli um 1,7 Prozent im Jahresvergleich gesunken und hatte damit noch stärker als die prognostizierten minus 1,4 Prozent nachgegeben.

Zuletzt hatten sowohl Konjunkturdaten aus den USA die Aktienkurse gestützt. Einige Anleger hofften, stark exportorientierte Länder wie Deutschland könnten von der guten Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft profitieren und so die Verwerfungen durch den Ukraine-Konflikt kompensieren, schrieb Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

Am Mittwochabend stehen in den USA ebenfalls nur sekundäre Daten auf der Agenda. So werden die wöchentlichen Hypothekenanträge und der wöchentliche Ölmarktbericht veröffentlicht.

Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 2,3 Prozent sowie die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 2,2 Prozent. Anleger hofften, dass es doch noch zu einer Einigung im Tarifstreit mit den Piloten kommen könnte. Für Donnerstag sind Verhandlungen der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit mit der Lufthansa anberaumt.

Wie am Vortag zogen angesichts der Notenbank-Geldflut die Finanzwerte an: Deutsche Bank gewann rund 1,2 Prozent. Auf der Verliererseite standen die Autowerte: BMW, Daimler und VW büßten 0,5 bis gut ein Prozent ein. Die Stimmung für die Branche sei auch wegen der Kartelluntersuchungen in China und Indien derzeit schlecht, sagte ein Händler.

Im MDax mussten LEG Immobilien nach einem kritischen Analystenkommentar Kursrückgänge hinnehmen. Die Titel verloren 1,0 Prozent. Händlern zufolge hat Morgan Stanley LEG auf „Equal-Weight“ von „Overweight“ heruntergenommen. Titel der Salzgitter AG bauten ihre Vortagesgewinne auf eine Empfehlung der UBS AG vom Montag hin aus und zogen um 1,6 Prozent an.

Im SDax folgten Anleger einer Kaufempfehlung der Berenberg Bank und griffen bei Zooplus zu. Das Unternehmen sei auf einem Wachstumspfad und habe seine Effizienz gesteigert, schrieben die Analysten in der Kurzstudie. Die Aktien rückten um 2,6 Prozent vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Thomas Terhorst
Thomas Terhorst
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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  • Ps: Aber bei einer langweiligen 55 Punkte-Range ist es auch ziemlich schwer mind. 30,0 zu realisieren.

  • Glückwunsch denen, die den Counter am 9600,0-Strike gefahren haben. War sowohl Long vorher (bei 9584,0 und am EK ausgestoppt), als danach erst Short (bei 9572,0 und inzwischen auch am EK leider wieder eingestoppt) da es jeweils keine 30,0 abzugreifen gab. Ist wohl nicht mein Tag heute .....


    Kind regards,

    Carl Icahn Jr.
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading, Frankfurt-Westend

  • 9600er abgeräumt, jetzt warten wir doch mal ab was ausserbörslich heute
    noch zu holen ist. Vielleicht kann man wieder Calls kaufen die im Xetrahandel
    ko wären und somit im Schattenhandel billig zu haben sind
    Die Stoppwelle hat nun die 9550er Calls abgeräumt jetzt wieder UP
    für ein paar Punkte und dann NACHbörslich die Schnäppchen
    Herrlich herrlich

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