Börse Frankfurt
Zinsspekulationen schrecken Dax-Anleger auf

Ein führender Fed-Banker bringt mit wenigen Sätzen den Dax ins Wanken. Der Leitindex verlor zwischenzeitlich mehr als 200 Punkte. Für Aufruhr sorgen außerdem Linde und Eon. Letzterer verliert wegen der Uniper-Abspaltung.
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FrankfurtDer Deutsche Aktienindex ist mit deutlichen Kursabschlägen in die Handelswoche gestartet. Zum Handelsschluss notierte er bei 10.431 Punkten 1,4 Prozent leichter. Zwischenzeitlich betrugen die Verluste sogar mehr als 2,5 Prozent. Unsicherheit bezüglich der Geldpolitik der Federal Reserve vertrieb viele Anleger von den Aktienmärkten.

„Es herrscht allgemein die Sorge, dass die Zentralbanken sich von der ultra-lockeren Geldpolitik abwenden und ihre Richtung ändern“, sagte Volkswirt Cathal Kennedy von der Bank RBC. Zusätzlich stiegen die Sorgen über die tatsächliche Verfassung der US-Wirtschaft. „Beides kommt bei Anlegern nicht gut an“, sagte Händler Markus Huber vom Brokerhaus City of London.

Für Aufruhr sorgte auch eine Meldung des Industriegase-Konzerns Linde. Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat wollen keine Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair. Aktien von Linde stürzten daraufhin bis zu acht Prozent ins Minus auf unter 137 Euro und lagen zum Handelsschluss noch sieben Prozent im Minus. Linde-Chef Wolfgang Büchele und die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat hätten sich dagegen ausgesprochen, die Gespräche mit den Amerikanern fortzusetzen, teilte der Münchner Konzern am Montag mit. „Während die strategische Sinnhaftigkeit einer Fusion grundsätzlich bestätigt wurde, hat sich bei der Erörterung von Detailfragen insbesondere der Governance gezeigt, dass keine übereinstimmende Auffassung erzielt werden konnte“, hieß es zur Begründung. Praxair bestätigte knapp das Ende der Gespräche.

Für einen der wenigen Börsengänge in diesem Jahr ist die Stimmung am Markt am Montag ein schlechtes Omen: Der Energiekonzern Eon spaltet sein jetzt Uniper genanntes Geschäft mit Kohle- und Gaskraftwerken ab. Für einen Tag wird die Uniper-Aktie heute dem Dax angehören, der statt 30 so 31 Mitglieder haben wird. Uniper kann allerdings der allgemein negativen Stimmung trotzen. Nach einem Anfangskurs von 10,02 notierten die Papiere nach einem zwischenzeitlichen Plus von fast zehn Prozent zum Handelsschluss nur ein Prozent fester bei 10,30 Euro. Weniger als die von den Analysen prognostizierten elf bis 15 Euro. Die Dividendenpapiere der Mutter Eon fielen um bis zu 14,7 Prozent auf ein 23-Jahres-Tief von 6,95 Euro. Damit erlebte die Versorgeraktie den größten Tagesverlust der Firmengeschichte.

Im Schlepptau von Eon gaben die Papiere des Konkurrenten RWE 1,7 Prozent nach. Auch RWE plant mit der Öko-Tochter Innogy eine Firmenabspaltung an die Börse zu bringen. „Die Vorbereitungen des Innogy-Börsengangs liegen sehr gut im Plan“, erläuterte RWE-Chef Peter Terium, der am Montag auf den Chefposten von Innogy wechseln wird. Über eine Kapitalerhöhung sollen zunächst rund zehn Prozent neue Innogy-Aktien ausgegeben werden. Zudem sei beabsichtigt, im gleichen Schritt weitere Aktien aus dem Portfolio der RWE zu platzieren.

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