Börse Mailand
Spekulationen über baldige Neuwahlen irritieren Anleger

Italiens früherer Ministerpräsident Matteo Renzi hat erklärt, dass es Sinn machen würde, die Neuwahlen seines Landes bereits im Herbst abzuhalten. Das schürt die Nervosität der Anleger und schickt die Kurse auf Talfahrt.
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FrankfurtSpekulationen über baldige Neuwahlen in Italien schüren die Nervosität der Anleger. Der Leitindex der Mailänder Börse gab am Montag 1,5 Prozent nach, so viel wie kein anderer wichtiger Aktienindex in Europa. Die Kurse von Banken wie Unicredit, Banco BPM, Ubi Banca und Intesa Sanpaolo rutschten um bis zu 3,9 Prozent ab. Sie notierten damit deutlich schwächer als Geldhäuser in anderen europäischen Ländern. Die Papiere der Deutschen Bank verloren etwa 0,4 Prozent. Italien gehört mit seinen hohen Schulden zu den Sorgenkindern der Euro-Zone.

„Das Risiko, dass es in Italien zu baldigen Neuwahlen kommt, ist deutlich gestiegen“, sagte Analyst Lorenzo Codogno von der Beratungsfirma LC Macro Advisers. „Ein parlamentarisches Patt ist das wahrscheinlichste Ergebnis.“ Investoren sind besorgt, dass die Euro-kritische Protestpartei „Fünf Sterne“ stärkste Kraft wird.

Hintergrund der neuen Spekulationen ist Börsianern zufolge, dass es möglicherweise eine Gesetzesänderung geben könnte, die in Italien die in Deutschland übliche Fünf-Prozent-Hürde einführt. Die Parteien in Italien bemühen sich derzeit um eine Reform des Wahlrechts, die das politische System stabilisieren soll. Erst danach soll es Neuwahlen geben. Der frühere Ministerpräsident Matteo Renzi sagte in einem Interview am Wochenende, es mache Sinn, die Wahlen in Italien zur selben Zeit wie die Bundestagswahlen in Deutschland durchzuführen. Diese finden am 24. September statt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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