Börse New York
Angst vor Zinswende belastet Wall Street

Der US-Arbeitsmarkt nimmt weiter an Fahrt auf und nähert sich der Vollbeschäftigung. Das ruft Janet Yellen und die Zinswende auf den Plan, fürchten die Anleger und verlassen die Börse vor dem Wochenende.
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New YorkSorgen der Anleger vor einer rascher als bislang erwarteten Zinswende haben die Wall Street am Freitag belastet. Auslöser war ein unerwartet starker Arbeitsmarktbericht. In den USA wurden im Februar weit mehr Stellen geschaffen als gedacht: Die Zahl der neuen Jobs stieg um 295.000, Experten hatten mit 240.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote fiel auf 5,5 von 5,7 Prozent.

Die Nachrichten schürten Spekulationen, die US-Notenbank könnte den historisch niedrigen Leitzins schon bald anheben. "Diese so viel stärkeren Zahlen könnten zum Vorziehen des Zeitpunkts für die Zinswende führen", sagte Analystin Tracie McMillion vom Geldhaus Wells Fargo. Der US-Notenbanker Jeffrey Lacker geht von einer Zinserhöhung bereits im Juni aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent tiefer auf 17.856 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,4 Prozent auf 2071 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 4927 Punkte nach. Im Wochenvergleich verringerte sich der Dow um 1,5 Prozent, der S&P um 1,6 Prozent und der Nasdaq um 0,7 Prozent.

Bei den Einzelwerten stand Apple im Fokus. Der iPhone-Hersteller wird den Telekom-Konzern AT&T ab Mitte März im Dow-Jones-Index ersetzen. Dadurch wird sich das Gewicht in dem Index stark verändern. Während AT&T an der Börse knapp 180 Milliarden Dollar wert ist, kommt Apple fast 740 Milliarden. Die Apple-Aktie legte 0,2 Prozent zu, AT&T verlor 1,5 Prozent.

Die Anteilsscheine von Bank of America verteuerten sich nach dem bestandenen Stresstest durch die US-Notenbank Federal Reserve um 1,4 Prozent.

In Frankfurt legte der Dax bei seiner Rekordhatz weitere 0,4 Prozent auf 11.550 Punkte zu. Am Nachmittag hatte er mit 11.600,37 Zählern eine neue Bestmarke aufgestellt. Auf Wochensicht gab es ein Plus von 1,3 Prozent.

In Europa herrschte nicht überall Sonnenschein: Der weiter schwelende Konflikt mit Griechenland drückte die Stimmung. Das hochverschuldete Land riskiert erneut eine Konfrontation mit seinen Gläubigern. Entgegen den Vorgaben will Griechenland mehr Schulden am Kapitalmarkt aufnehmen. Die Athener Leitbörse verlor 0,8 Prozent. Der EuroStoxx50 trat bei 3617,62 Zählern auf der Stelle.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 438 Werte legten zu, 2683 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 840 im Plus, 1926 im Minus und 122 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen nach dem unerwartet guten Arbeitsmarktbericht nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 1-6/32 auf 97-26/32. Die Rendite stieg auf 2,2450 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 2-16/32 auf 93-4/32 und rentierte mit 2,8425 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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