Börse New York
Anleger fürchten Ende der Fed-Anleihekäufe

Die Investoren in den USA haben sich am Mittwoch zurückgehalten: Am Abend veröffentlichte die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zur geldpolitischen Sitzung. Doch das war nicht der einzige Stimmungskiller.
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New YorkFallende Aktienkurse von Ölkonzernen haben die New Yorker Aktienmärkte am Mittwoch belastet. Als Grund für die Verluste im Energiesektor gaben Analysten enttäuschende Quartalsberichte und einen niedrigen Ölpreis an.

Für einen zusätzlichen Dämpfer sorgte die US-Notenbank mit ihrem jüngsten Sitzungsprotokoll. Demnach könnte die Fed ihr milliardenschweres Anleiheprogramm drosseln oder sogar ganz stoppen, noch bevor eine damit erhoffte Wende am Arbeitsmarkt erreicht ist.

Auch positive Daten vom Immobilienmarkt konnten die Anleger nicht aus der Deckung locken. Die Zahl der Baugenehmigungen kletterte im Januar auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent schwächer bei 13.927 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.919 und 14.058 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 1,2 Prozent auf 1511 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 1,5 Prozent nach auf 3164 Punkte. Auch in Frankfurt verflog die Kauflust der Anleger: Der Dax schloss 0,3 Prozent schwächer bei 7729 Zählern.

In New York standen die Papiere der Energiebranche im Mittelpunkt: Der Aktienkurs von Newfield Exploration verlor 9,3 Prozent, die Anteilsscheine von Devon Energy Corp gaben 6,6 Prozent ab. Beide Unternehmen hatten zuvor einen Verlust für das vierte Quartal ausgewiesen und damit die Anleger enttäuscht.

Die jüngste Fusion unter den Büroartikel-Herstellern bewegte erneut die Gemüter. Nach anfänglichen Gewinnen drehten die Kurse von Office Depot und OfficeMax deutlich ins Minus: Office Depot verlor 16,7 Prozent, OfficeMax fiel um sieben Prozent. Die Anteilsscheine von Branchenprimus Staples gaben um 7,1 Prozent ab.

Die Nachricht über den Kauf von OfficeMax durch den Branchen-Zweiten Office Depot war schon in den vergangenen Tagen durchgesickert und hatte die Kurse zunächst steigen lassen.

Die Aktien des Navi-Herstellers Garmin gaben 9,4 Prozent nach. Der Ausblick fürs Gesamtjahr fiel unter den Erwartungen aus. Die Konkurrenz durch kostenlose Landkarten für GPS-gestützte Smartphones macht Garmin zu schaffen.

Auch die Edelmetall-Preise setzten zur Talfahrt an. Gold und Silber waren so günstig wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Gold kostete pro Feinunze noch 1578 Dollar, Silber 28,45 Dollar. "Immer weniger Geld findet seinen Weg in den Goldmarkt", sagte Rohstoffanalyst Tobias Merath von der Credit Suisse. Seit ein paar Jahren hänge die Entwicklung des Goldpreises zunehmend von der allgemeinen Marktstimmung ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,82 Milliarden Aktien den Besitzer. 706 Werte legten zu, 2298 gaben nach und 91 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Milliarden Aktien 544 im Plus, 1961 im Minus und 79 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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