Börse New York
Bankaktien drücken Dow Jones ins Minus

Die US-Aktienmärkte starten mit Kursverlusten in die Woche. Die Einigung auf ein Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) für Irland stößt auf Skepsis. Marktexperten zufolge herrscht weiter die Sorge, dass andere Länder der Euro-Zone in die Schuldenkrise hineingezogen werden. Bankaktien gehören zu den großen Verlierern.
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HB NEW YORK. Bärenstimmung in New York: Die Wall Street hat sich zum Wochenauftakt uneinheitlich präsentiert. Finanztitel zogen die Standardwerte in die Tiefe. Eine Erleichterung über Finanzhilfen für Irland blieb weitgehend aus. Marktexperten zufolge dominiert unter Anlegern weiter die Befürchtung, dass andere Länder der Euro-Zone in die Schuldenkrise hineingezogen werden und neue Schritte zur Stabilisierung notwendig werden. Finanztitel litten am Montag zudem unter Berichten, dass die US-Behörden binnen Wochen eine ganze Reihe von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel einleiten könnten. Heraufstufungen mehrerer Technologiefirmen trieben dagegen die Nasdaq an.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 11 206 und einem Tief von 11 054 Punkten. Er ging 0,2 Prozent leichter bei 11 178 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 gab knapp 0,2 Prozent nach auf 1 197 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss dagegen 0,6 Prozent fester bei 2 532 Punkten. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 0,3 Prozent tiefer bei 6822 Zählern.

Die grundsätzliche Einigung auf ein Irland-Hilfspaket von EU und IWF war zuvor schon an den europäischen Börsen auf Skepsis gestoßen. In New York führte zudem die politische Ungewissheit in Dublin zusätzlich für Nervosität. Noch vor US-Börsenschluss kündigte der irische Ministerpräsident Brian Cowen Neuwahlen für Januar an.

Politische Aufregung in Zeiten finanzieller Probleme sorge für weitere Ungewissheit, sagte Scott Marcouiller von Wells Fargo Advisors. Geld allein könne das Problem nicht lösen, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets in Jersey City. Die Euro-Zone bekomme so allenfalls eine Atempause. Ein entschlosseneres Eingreifen sei notwendig: "Ein Pflaster reicht nicht aus, eine umfassende Operation wird benötigt." Die in den USA gelisteten Titel der Bank of Ireland fielen knapp 17 Prozent, die von Allied Irish Banks 9,6 Prozent.

Auch für US-Banken ging es bergab: Bank of America notierte 3,1 Prozent, JP Morgan Chase 2,3 und Citigroup 2,1 Prozent leichter. Goldman Sachs verloren 3,3 Prozent. Anleger fürchteten die Auswirkungen, die drohende Untersuchungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel haben könnten. Unterdessen durchsuchte das FBI dem "Wall Street Journal" zufolge Büros zweier Hedgefonds. Nach Aussage mehrerer Anwälte wollen die Ermittler noch in diesem Jahr mehrere Fälle von Insiderhandel durch Hedgefonds-Händler, Berater und Banker der Wall Street offenlegen.

An der Nasdaq legten die Papiere von Sandisk und Amkor Technology nach Hochstufungen jeweils mehr als sechs Prozent zu. Auch Novell war gefragt, nachdem der Software-Hersteller einem Verkauf an den heimischen IT-Anbieter Attachmate für etwa 2,2 Milliarden Dollar zugestimmt hatte. Novell-Aktien stiegen 6,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 916 Millionen Aktien den Besitzer. 1520 Werte legten zu, 1453 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1336 Titel im Plus, 1303 im Minus und 135 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen auf 98-14/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,80 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen auf 100-23/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,21 Prozent.

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  • Kaum posaunen europäische Politiker wieder heraus, dass die Rettung eines Landes mittels Rettungsschirm alternativlos wäre um die Märkte zu beruhigen, da zeigt sich, dass nach erfolgter Tat alles wieder ganz anders ist. Die Märkte sind nicht dumm. Sie wissen um die Endlichkeit der europäischen Finanzreserven und sie wissen, dass weder irland noch Griechenland dauerhaft saniert werden durch ein paar Hundert Millarden Euro. Es geht im Kern um strukturelle Probleme, die weiterhin wie heiße Kartoffeln von der EU nicht angegangen werden. Die Risikoaufschläge für die beiden Länder werden deshalb hoch bleiben, eine Refinanzierung am freien Markt rückt in weite Ferne. Vorläufig werden sich die Spekulanten nun jedoch dem nächsten Wackelkandidaten zuwenden: Portugal. bereits im Januar wird auch dieses Land Finanzmittel aus dem Rettungsschirm beantragen. im März 2011 kommt dann mit Spanien der Supergau. Das Land braucht nach der geplatzten immobilienblase zur Unterstützung seiner banken und seines kollbierenden Arbeitsmarktes mittelfristig fast eine billion Euro. Das kann keine EU aufbringen, denn als Zahler fallen fast alle Krisenländer aus. Deutschlnad Politiker sollten schnellstmöglich Krisen- und Ausstiegspläne schmieden.

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