Börse New York
Bernanke gibt US-Aktien Auftrieb

Die Rede des US-Notenbank-Chefs Ben Bernanke enttäuschte die Märkte nur kurz: Die Wall Street hat am Freitag freundlich geschlossen. Doch die Facebook-Aktie trudelte in ein neues Tief.
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New YorkBeflügelt von Äußerungen von Notenbankchef Ben Bernanke haben die US-Börsen am Freitag freundlich geschlossen. Der Zentralbankchef hält die Tür für weitere milliardenschwere Konjunkturhilfen weit offen.

In einer von den Finanzmärkten mit Hochspannung erwarteten Rede auf der Konferenz der Federal Reserve in Jackson Hole beklagte der Notenbanker, dass das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zu schwach sei.

Die Fed werde daher "bei Bedarf" Konjunkturspritzen aufziehen. Bernanke signalisierte knapp zwei Wochen vor der nächsten Zinssitzung jedoch nicht, ob eine dritte Runde von Anleihenkäufen - im Fachjargon QE3 genannt - unmittelbar bevorsteht. "Der Markt hat darauf gesetzt, dass Bernanke die Erwartung an QE3 nicht enttäuscht und das hat er auch nicht getan", sagte John Canally von LPL Financial.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten stieg 0,7 Prozent auf 13.090 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 13.002 und 13.151 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte 0,5 Prozent auf 1406 Zähler vor. Der Nasdaq kletterte um 0,6 Prozent auf 3066 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 6970 Punkten ins Wochenende.

Positive Konjunkturdaten verbesserten zudem die Laune der Investoren. Die Stimmung der US-Konsumenten hellte sich wieder auf. Der Index für das Verbrauchervertrauen im August stieg nach endgültigen Berechnungen auf 74,3 von 72,3 Punkten. Das ist der höchste Wert seit Mai. Zudem fuhr die US-Industrie im Juli deutlich mehr Aufträge ein als erwartet. Die Bestellungen stiegen zum Vormonat um 2,8 Prozent und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Im Juni hatte es ein Minus von 0,5 Prozent gegeben. Von Reuters befragte Analysten hatten für Juli nur einen Anstieg von 1,9 Prozent vorausgesagt.

Im Mittelpunkt des Handels stand die US-Luftfahrtbranche. AMR, der Mutterkonzern der insolventen American Airlines, und die US Airways Group gaben am Freitag bekannt, einen Zusammenschluss zu prüfen. Man habe den Austausch vertraulicher Informationen vereinbart, erklärten die Unternehmen. Genaueres wurde nicht bekannt. Aktien von AMR verteuerten sich daraufhin um 3,9 Prozent, die Titel von US Airways um 2,5 Prozent.

Mehrere Brokerhäuser senkten ihre Kursziele für Facebook und schickten damit die Aktie des sozialen Netzwerks auf ein neues Tief. BMO Capital Markets wies darauf hin, dass im Laufe des kommenden Jahres mehrere Haltefristen für die Aktien des US-Konzerns auslaufen. Unter anderem könnten am 14. November 1,2 Milliarden Aktien auf den Markt geworfen werden. BMO kürzte das Kursziel um zehn Dollar auf 15 Dollar und damit 60 Prozent unter dem Ausgabepreis vom 18. Mai. Facebook-Aktien brachen mehr als fünf Prozent auf 18,06 Dollar ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 2031 Werte legten zu, 868 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,37 Milliarden Aktien 1545 im Plus, 919 im Minus und 126 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Quatsch. Schaut doch mal auf den Goldpreis, wie der heute gestiegen ist. Bernanke hat den Goldpreis und den Euro getrieben. Bedeutet, dass die Lage vermutlich langfristig nachteilig für den US Dollar sein wird. Das Plus des Dow Jones ist Folge des aufgeblähten Investmentkapitals (Asset-Bubble).

  • Bernanke wird nichts machen. Europas Blase platzt hoffentlich im September. Wenn die Politik so weitermacht, Anleihen, den Euro, Aktien mit dafür soeben gedrucktem Geld zu kaufen, werden wir eine Baisse weltweit bekommen, wie es sie noch nie gab. Der Dax muss runter auf 2000, besser so als das furchtbare politische Ende Europas.

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