Börse New York
China und billiges Öl minimieren Gewinne

Die schwachen Exportdaten und der anhaltende Ölpreisverfall haben die Wall Street am Dienstag belastet. Der Dow Jones schloss im Minus. Die Öl-Titel Exxon und Chevron gehörten zu den größten Verlierern.

New YorkDer Ölpreisverfall hat der Wall Street am Dienstag zugesetzt. Erneut enttäuschende Konjunkturdaten aus China drückten zusätzlich auf die Stimmung und schürten Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft, sagten Händler. Erstmals seit Anfang 2009 kostete US-Leichtöl WTI zeitweise weniger als 37 Dollar je Fass (159 Liter) und Nordseeöl der Sorte Brent weniger als 40 Dollar. Das drückte auf die an den US-Börsen wichtigen Rohstoffwerte wie Chevron und Exxon. Mit einem Minus von fast drei Prozent waren Exxon-Aktien der größte Verlierer des S&P 500.

Das Börsenbarometer selber verlor 0,6 Prozent auf 2063 Zähler. Allein der Energiesektor fiel 1,5 Prozent. Seit dem 2. Dezember hat der Branchenindex über elf Prozent an Wert verloren. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte mit einem Abschlag von 0,9 bei 17.570 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 5098 Stellen nach. Auch in Europa hielten die Turbulenzen an den Ölmärkten die Anleger in Atem. In Frankfurt schloss der Dax mit 10.673,60 Punkten zwei Prozent niedriger. Zuvor war er noch um bis zu 2,5 Prozent eingebrochen. Der EuroStoxx50 büßte 1,9 Prozent ein.

Hintergrund ist die Entscheidung der Opec, keine neuen oberen Fördergrenzen festzulegen, um damit die Preise zu stützen. Somit gehen die meisten Börsianer derzeit von einem wachsenden Überangebot von Öl aus - vereinzelt wird über Preise von 20 bis 30 Dollar spekuliert. "Opec hat die Kontrolle über den Markt verloren", sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets.

Belastend wirkten zudem jüngste Konjunkturdaten aus China. Die Ausfuhren schrumpften im November bereits den fünften Monat in Folge. Sie sanken um 6,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Erwartet worden war lediglich ein Minus von fünf Prozent. Die Daten zeigten, dass die dortige Wirtschaft ihre Schwächephase noch längst nicht überwunden habe - obwohl Regierung und Notenbank unter anderem mit Zinssenkungen gegenzusteuern versuchten, sagte ein Händler.

Unter den weiteren Einzelwerten stiegen Fairchild Semiconductor um 5,5 Prozent. Der Chiphersteller hat nach eigenen Angaben eine feindliche Offerte im Volumen von 2,46 Milliarden Dollar erhalten. Der Name des Bieters wurde nicht genannt. Einem Agenturbericht zufolge soll er aus China stammen. In der Vergangenheit war dem deutschen Rivalen Infineon ein Interesse nachgesagt worden. Dieser wollte sich nun nicht dazu äußern.

Zu den Verlierern gehörte der Büroartikelhändler Staples. Die US-Handelskommission hatte am Vortag bekanntgegeben, die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Office Depot stoppen zu wollen. Ein Zusammenschluss würde den Wettbewerb massiv behindern. Die Papiere von Staples büßten über fünf Prozent an Wert ein, die von Office Depot legten dagegen um 1,2 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,97 Milliarden Aktien den Besitzer. 1014 Werte legten zu, 2078 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1130 im Plus, 1679 im Minus und 162 unverändert.

An den US-Kreditmärkten agierten Händler mit Vorsicht. Auch hier war der Verfall des Ölpreises das beherrschende Thema. Er deutet darauf hin, dass die Inflation weiter schwach bleibt. Die zehnjährigen Papiere lagen unverändert bei 100-7/32. Sie rentierten mit 2,22 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 08/32 auf 100-24/32 nach und hatten eine Rendite von 2,96 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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