Börse New York
Der Weihnachtsrally folgt große Ernüchterung

Die gut gelaufene Emission italienischer Staatspapiere kann die Stimmung an den US-Börsen nicht heben. Die iranische Androhung einer Öl-Blockade belastet den Energiesektor. Zum Börsenschluss hagelt es Verluste.
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New YorkSorgen um die Entwicklung in Europa im kommenden Jahr haben die Wall Street am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der S&P-500-Index fiel auf Jahressicht in den negativen Bereich. Der Euro wurde unter der Marke von 1,30 Dollar gehandelt und ist damit auf dem niedrigsten Stand seit elf Monaten.

Vor allem die Auswirkungen des langsameren Wachstums in Asien und der europäischen Schuldenkrise auf die Erholung der US-Wirtschaft bereiten den Börsianern Kopfschmerzen. „Da lauern erhebliche Hindernisse am Horizont“, sagte Peter Kenny von Knight Capital. „Beim Blick ins kommende Jahr überwiegt die Furcht vor Risiken, die mit dem Klima derzeit zu tun haben.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,1 Prozent auf 12.151 Punkte nach. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.140 und 12.299 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank 1,2 Prozent auf 1249 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 2589 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von zwei Prozent bei 5771 Stellen aus dem Handel.

Italien beschaffte sich mit der Auktion einer Anleihe mit sechsmonatiger Laufzeit neun Milliarden Euro am Finanzmarkt. Der durchschnittliche Zins lag mit 3,251 Prozent nur noch halb so hoch wie Ende November. Vor allem die billigen Kredite von der EZB an die Banken dürften deren Appetit bei der Emission gesteigert haben.

Experten warnten aber vor verfrühtem Jubel, da die echte Nagelprobe für das hoch verschuldete Land erst noch am Donnerstag bei dem Verkauf langlaufender Papiere bevorstehe. „Der Rückgang der Zinsen ist zwar beträchtlich, allerdings nicht groß genug, um dem Markt Auftrieb zu geben“, sagte Neal Neilinger von Aladdin Capital. „Wie es aussieht, sind wir in einer ruhigen Phase, und niemand ändert wegen dieser Nachricht sein Bild von Europa.“

Für Unruhe im Energiesektor sorgte der Iran, der seine Drohung einer Öl-Blockade bekräftigte. Die Schließung des Golfs für Öltransporte sei kein Problem, sagte der Chef der iranischen Marine, Habibollah Sajjari, am Mittwoch im staatlichen Fernsehen. Es sei „leichter, als ein Glas Wasser zu trinken.“ Der S&P-Energieindex verlor 1,9 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem Medicis Pharmaceutical im Blickpunkt. Das Unternehmen senkte seine Geschäftsprognosen und musste daraufhin einen Kursverlust von 1,2 Prozent verschmerzen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 540 Millionen Aktien den Besitzer. 597 Werte legten zu, 2387 gaben nach und 88 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,08 Milliarden Aktien 518 im Plus, 2091 im Minus und 81 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Der Weihnachtsrally folgt große Ernüchterung"

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  • :::::::::Drohung einer Öl-Blockade:::::
    Es liegt in der Natur der arabischen Welt großartiges Geschwätz oder geistige Blähungen von sich zu geben.
    Genau so leicht wie dieser Palaverkönig es sagt, ist es diese Schiffchen problemlos mit Lenkwaffen oder Flugzeugen zu versenken.
    Das überhaupt jemand mit nur halbwegs gesundem Menschenverstand auf so ein dämliches Geschwätz reagiert.

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