Börse New York
Dow Jones schließt unter 16.000

Auch die US-Märkte können sich dem globalen Trend nicht entziehen. Der immer weiter stürzende Ölpreis sorgt für Verkäufe über Verkäufe. Zusätzlich überraschen schwache Konjunkturdaten die angespannten Börsianer.

New YorkDie Furcht vor einer anhaltenden Konjunkturschwäche hat am Freitag auch Investoren an der Wall Street erfasst. Auslöser war der anhaltende Kurssturz an den Ölmärkten: Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee brach um 6,7 Prozent auf 28,82 Dollar ein und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Februar 2004. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 6,6 Prozent auf 29,13 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit November 2003. Ein Grund für den weiteren Rückgang war, dass Öl aus dem Iran auf dem Weltmarkt erwartet wird, wo es ohnehin ein Überangebot gibt. Für Verdruss sorgten auch Konjunkturdaten aus den USA. Die Einzelhändler verabschiedeten sich vom Jahr 2015 überraschend mit einem Umsatzminus. Das ungewöhnlich milde Wetter sorgte etwa dafür, dass wenig Winterkleidung gekauft wurde.

Der Dow-Jones-Index schloss in New York um 2,4 Prozent niedriger mit 15.988 Punkten und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 16.000 Zählern. Das Marktbarometer gab zeitweise um mehr als 500 Punkte nach. Beim S&P 500 betrug der Rückgang 2,2 Prozent auf 1880 Stellen und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014. Der Nasdaq-Index brach um 2,7 Prozent auf 4488 Zähler ein.

Bei den Einzelwerten konzentrierten sich die Anleger vor allem auf Unternehmensbilanzen und dabei besonders auf die Banken. Die Citigroup -Aktie fiel 6,4 Prozent. Beim Konkurrenten Wells Fargo betrug das Minus rund 3,6 Prozent. Citigroup und Wells Fargo mussten Ende 2015 mehr Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen, weil immer mehr Firmen aus dem Energiesektor wegen des Ölpreisverfalls in die Bredouille geraten.

Sehr enttäuscht zeigten sich Anleger vom Chiphersteller Intel. Ausgerechnet beim Geschäft mit Rechenzentren, das als Hoffnungsträger gilt, verlangsamte sich das Wachstum. Die Aktie gab um 9,1 Prozent nach

Um rund 1,8 Prozent ging es mit den Papieren des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart Stores abwärts. Damit schlug sich das Unternehmen besser als der Markt insgesamt. Der Konzern schließt weltweit 269 Filialen, davon 115 außerhalb des heimischen Marktes.

Die Baisse auf dem Ölmarkt macht unterdessen den Energiekonzernen weiter zu schaffen: Die Anteilsscheine von Exxon und Chevron verbilligten sich um rund zwei Prozent.

In Frankfurt verlor der Dax 2,5 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 9545,27 Punkte. Der EuroStoxx50 fiel um 2,4 Prozent auf 2952,48 Zähler. "Während sich Autofahrer über günstige Benzinpreise freuen, sorgen sich die Börsen über eine Pleitewelle im Energiesektor", erklärte Jochen Stanzl, Analyst beim Online-Broker CMC Markets.

Ein übriges taten die wenig überzeugenden Daten aus den USA. Die US-Firmen räumten ihre Lager im November so stark wie seit 2011 nicht mehr, ein Signal dafür, dass die US-Wirtschaft zuletzt an Schwung verloren hat.

Auslöser der Verkaufswelle am Freitag waren Spekulationen darauf, dass bald auch der Iran wieder mehr Öl exportieren dürfte. Denn sollte die Internationale Atomenergiebehörde dem Iran die Erfüllung der Bedingungen des Atomabkommens vom Sommer bescheinigen, können die Sanktionen des Westens aufgehoben werden. Viele Börsianer sprechen von einem Preiskampf unter den Förderern, die ihre Marktanteile angesichts des Überangebots verteidigen wollen.

Befeuert wurden die Konjunkturängste zudem erneut auch durch die Entwicklung in China, der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. So wurden im Dezember weniger Unternehmenskredite vergeben. Chinas Börsen verloren drei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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