Börse New York
Dow schließt so hoch wie seit 2008 nicht mehr

Schwache Auftragseingangsdaten in der Industrie hatten die Anleger zunächst ernüchtert. Doch starke Umfragewerte zum Verbrauchervertrauen brachten ein leichtes Plus - und hoben den Dow Jones über die 13.000-Punkte-Marke.
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New YorkOberhalb der Marke von 13.000 Punkten hat der Dow Jones seit beinahe vier Jahren nicht mehr geschlossen - am Dienstag schwang er sich auf dieses Niveau. Dazu äußerte sich schließlich sogar Dow Jones-Chef John Prestbo: „Mit einem Abschluss über der 13.000-Punkte-Marke hat der Dow Jones einen Meilenstein überschritten, der die zunehmend optimistische Stimmung der Anleger widerspiegelt. Und wenn auch keine einzelne Dow-Zahl mehr Gewicht hat als die anderen, so binden doch diese großen, runden Zahlen unsere Aufmerksamkeit und helfen Millionen Menschen dabei, die relative Gesundheit des US-Aktienmarkts zu verstehen.“

Unerwartet gute Daten zum Verbrauchervertrauen haben am Dienstag die Wall Street gestützt. Die Stimmung der US-Konsumenten ist so gut wie seit einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg im Februar unerwartet deutlich auf 70,8 Punkte und damit den höchsten Stand seit Februar 2011.

Die Aussicht auf das Drei-Jahres-Leihgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch beflügelte die New Yorker Börsen ebenfalls. Das EZB-Vorhaben bietet dem krisengeplagten europäischen Bankensektor Gelegenheit, sich zum Niedrigzins massenweise mit Geld einzudecken. Experten gehen davon aus, dass die EZB etwa eine halbe Billion Euro austeilt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 13.005 Punkten. Damit beendete der Dow erstmals seit Mai 2008 den Handel über 13.000 Zählern. Im Verlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.952 und 13.021 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 1372 Zähler und der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,7 Prozent auf 2986 Stellen vor. In Frankfurt schloss der deutsche Leitindex Dax mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 6888 Punkten.

Begrenzt wurden die Gewinne von schwachen Auftragszahlen aus der US-Industrie. Die Bestellungen für langlebige Güter fielen im Januar um vier Prozent und damit viel stärker als von Volkswirten prognostiziert. Das ist das größte Minus seit Januar 2009, als sich die US-Wirtschaft mitten in einer tiefen Rezession befand. „Die Investoren konzentrieren sich mehr auf die positiven Berichte und vernachlässigen die negativen Zahlen“, erklärte Ken Polcari von ICAP Equities den Trend.

Zu den größten Gewinnern bei den Einzelwerten zählten Aktien von Office Depot mit einem Aufschlag von rund 19 Prozent. Der zweitgrößte US-Anbieter von Bürobedarf und -dienstleistungen verdiente im Quartal mehr als von Analysten erwartet.

Gefragt waren auch die Aktien von Chipherstellern. Der PHLX-Halbleiter-Index erhöhte sich um 1,6 Prozent. Die Anteilsscheine von Micron Technology kletterten um knapp vier Prozent, die Dividendenpapiere von Intel um 1,3 Prozent. Zuvor hatten die beiden Chiphersteller ein Lieferabkommen geschlossen. Zudem verkauft Intel seinen Anteil an zwei Wafer-Fabriken an Micron.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Aktien von Apple. Der Technologiekonzern kündigte eine „Sonderveranstaltung“ für den 7. März an, ohne aber im Detail zu sagen, was vorgestellt wird. Allerdings schürte Apple selbst die Erwartung, dass es sich um die dritte Generation seines erfolgreichen Tablet-Computers iPad handelt. In der Branche wird seit längerem spekuliert, eine neue Version des iPad könnte in Kürze kommen. Die Apple-Aktie legte in Folge der Ankündigung um 1,8 Prozent auf ein Allzeit-Hoch von 535,4 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1535 Werte legten zu, 1436 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1190 im Plus, 1317 im Minus und 103 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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  • Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Meiner Meinung nach wird der Dax im Frühjahr bei 7500 stehen, mit weiterer Aufwärtstendenz. Das wird den "sogenannten Experten" garnicht schmecken, hatte doch der Großteil dieser Typen den "Börsengau im Februar" prognostiziert. Das zeigt wieder einmal die "Fähigkeiten" dieser "Pseudo- Analysten". Wenn deren Voraussagen, bzw. Anlageempfehlungen eintreffen würden, wären die alle stockreich. Am besten man verlässt sich auf das eigene Gefühl.

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