Börse New York
Entlassung von FBI-Chef und Disney belasten Wall Street

Der überraschende Rauswurf von FBI-Chef James Comey hat die Stimmung der Anleger an der Wall Street getrübt. Kräftig zulegen konnten dennoch die Aktien der schwächelnden Modefirma Abercrombie & Fitch.
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New YorkEnttäuschende Unternehmenszahlen und die überraschende Entlassung von FBI-Chef James Comey durch US-Präsident Donald Trump haben die Stimmung an der Wall Street am Mittwoch getrübt. Börsianer fürchten eine verschärfte politische Auseinandersetzung in Washington. Demnach könnte Comeys Rauswurf die Verabschiedung von Trumps Wirtschaftsprogramm im Parlament erschweren. „Die wichtigste Frage ist, wie sich dies auf die Steuerpläne auswirkt“, sagte Matthew Peterson, Chef-Anlagestratege des Vermögensberaters LPL. Der Markt rechne mit einer Steuersenkung. Jeder Hinweis auf eine Verzögerung des Vorhabens sei belastend für die Börse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 20.943 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 2399 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,1 Prozent auf einen Rekord-Schlusstand von 6129 Stellen. In Frankfurt ging der Dax ebenfalls 0,1 Prozent fester bei 12.757 Punkten aus dem Handel.

Im Fokus standen Disney, die 2,2 Prozent absackten. Der Unterhaltungskonzern präsentierte einen Quartalsumsatz, der unter den Erwartungen lag. Der Kurs von Allergan gab 3,7 Prozent nach. Der Botox-Hersteller schrieb im vergangenen Vierteljahr rote Zahlen.

Zu den Verlierern zählten auch Fossil. Die Titel stürzten um 20 Prozent ab. Der Umsatz des US-Uhrenbauers ging stärker zurück als von Branchenexperten vorausgesagt. Kräftig zulegen konnten dagegen Abercrombie & Fitch, die sich um gut zwölf Prozent verteuerten. Insidern zufolge gibt es mehrere Interessenten für die schwächelnde Modefirma. Nvidia-Papiere schossen fast 18 Prozent in die Höhe, nachdem der Chip-Hersteller einen überraschend großen Umsatzsprung von etwa 50 Prozent ausgewiesen hatte.

Die Aktien von Boeing sanken um 2,00 Prozent. Zwischendurch waren sie sogar um 4,6 Prozent abgesackt. Zuvor hatte der Flugzeugbauer und Rüstungskonzern angekündigt, jegliche Flüge mit dem kurz vor der Auslieferung an die Airlines stehenden neuen Modell 737 Max wegen Triebwerksproblemen vorübergehend auszusetzen.

Die Titel von Yelp brachen um mehr als 18 Prozent ein. Eine gesenkte Prognose des Bewertungsportals verschreckte die Anleger.

Auch Priceline, hatte mit seinen Geschäftszielen die Erwartungen verfehlt. Für die Anteilscheine des Betreibers von Online-Reiseportalen ging es am S&P-500-Ende um 4,52 Prozent nach unten.

Die Sprint-Mutter Softbank erwägt einen neuen Versuch, den US-Mobilfunkanbieter loszuwerden und setzt dabei auf eine Fusion mit T-Mobile US. Ein Zusammengehen mit dem von der Deutschen Telekom kontrollierten US-Mobilfunker sei der schnellste Weg, Synergien zu heben, sagte der Chef des japanischen Konglomerats, Masayoshi Son, am Mittwoch. Die Aktien von T-Mobile US reagierten darauf mit einem Plus von 0,76 Prozent, Sprint-Titel sanken um 0,25 Prozent.

Der Euro weitete seine Verluste aus dem europäischen Geschäft etwas aus und notierte zuletzt bei 1,0865 Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren 2/32 Punkte auf 98 20/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,41 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1899 Werte legten zu, 1006 gaben nach und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,08 Milliarden Aktien 1581 im Plus, 1258 im Minus und 222 unverändert.

Die US-Kreditmärkte bewegten sich kaum. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren nach einer enttäuschenden Auktion der Staatspapiere 2/32 auf 98-18/32. Die Rendite stieg auf 2,4141 Prozent. Die 30-Jährigen erhöhten sich um 1/32 auf 99-8/32 und rentierten mit 3,0383 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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