Börse New York
Euro-Krise drängt Wall Street kräftig ins Minus

Die ungelöste Schuldenkrise in der Eurozone hat am Dienstag auf die Stimmung der Investoren an der Wall Street gedrückt. Auch enttäuschende Quartalszahlen von US-Unternehmen trugen zu kräftigen Kursstürzen bei.
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New YorkDie ungelöste Schuldenkrise in Europa und enttäuschende Ausblicke von US-Unternehmen haben am Dienstag für deutliche Kursrückgänge an der Wall Street gesorgt. Die wichtigsten Indizes gingen mit einem Minus von etwa zwei Prozent aus dem Handel.

Anders als von vielen Investoren erhofft wird ein weiteres Gipfeltreffen am Mittwoch wohl nicht die große Lösung für die Euro-Schuldenkrise bringen. Die Verhandlungen mit den Banken über einen höheren Forderungsverzicht gegenüber Griechenland werden Vertretern der Euroländer zufolge nicht bis zu dem Treffen abgeschlossen sein.

Auch von der US-Konjunktur gab es aus Sicht der Aktienmärkte keine erfreulichen Signale: Das Verbrauchervertrauen sank im Oktober auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 1,7 Prozent auf 11.707 Punkte nach. Im Tagesverlauf bewegte er sich zwischen den Marken von 11.682 und 11.912. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um zwei Prozent auf 1229 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,3 Prozent auf 2638 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 6046 Punkte.

Bei den Einzelwerten fanden vor allem die Quartalsbilanzen jener Unternehmen Beachtung, die als Konjunkturanzeiger angesehen werden, etwa 3M oder UPS. Der Mischkonzern 3M enttäuschte die Anleger klar, weil er seine Jahresziele wegen der unerwartet langen Schwächephase der Wirtschaft kassierte. Die Krise in Europa drücke auf die Nachfrage, erklärte das Unternehmen. Die Aktie fiel um 6,3 Prozent.

Der Logistikkonzern UPS verdiente im dritten Quartal zwar mehr und bekräftigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Am Markt kam der Zwischenbericht dennoch nicht gut an. Das Papier verlor 2,1 Prozent.

Preiserhöhungen und eine starke Nachfrage nach einem wichtigen Farbpigment bescherten dem Chemiekonzern DuPont einen unerwartet kräftigen Gewinnsprung. Die DuPont-Aktie hielt sich anfangs vergleichsweise stabil, ging aber schließlich mit einem Minus von 2,5 Prozent aus dem Handel. Die Anteilsscheine des vor allem für seine Kopierer bekannten Technikkonzerns Xerox legten 0,25 Prozent zu. Das Unternehmen verzeichnete dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen höhere Gewinne.

Steil bergab ging es dagegen für Netflix . Der US-Internetvideothek rennen die Kunden in Scharen davon. Allein im dritten Quartal verlor das Unternehmen in den USA 800.000. Die Aktie gab um fast 35 Prozent nach.

Nach Börsenschluss folgte der Internethändler Amazon.com mit seinen Quartalszahlen und sorgte damit bei Investoren zunächst für Bestürzung: Der Gewinn brach unter anderem wegen Investitionen in einen neuen Tablet-PC um 73 Prozent ein. Die Aktie lag im nachbörslichen Handel um 18 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Milliarden Aktien die Besitzer. 526 Werte legten zu, 2485 gaben nach, und 68 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 462 im Plus, 2033 im Minus und 89 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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