Börse New York
Europa drückt Wall Street deutlich ins Minus

Die Wall Street hat sich zu Wochenbeginn dem weltweiten Abwärtstrend an den Märkten angeschlossen. Die sich zunehmend verschärfende Lage in Griechenland und Spanien drückte auch schwer auf die US-Börse.
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New YorkDie Schuldenkrise in der Eurozone hat am Montag die Stimmung von Investoren an der Wall Street eingetrübt. Die wichtigsten Indizes konnten zwar im Handelsverlauf ihre Kursverluste zum Teil wieder wettmachen, schlossen den Tag aber mit einem Minus ab.

Vor allem die drohende Staatspleite Griechenlands sorgte für Unruhe. Zudem waren viele Anleger in Sorge, dass Spanien wegen der Finanzprobleme seiner Regionen als gesamtes Land internationale Hilfen beantragen könnte.

Analysten zeigten sich zum Ausklang des Handels nicht mehr so pessimistisch. So lange der Markt nicht den Eindruck einer Verschärfung der Krise bekomme, könnten die Verluste schnell wieder ausgeglichen werden, sagte etwa Handelsexperte Randy Frederick von der Bank Charles Schwab in Austin.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 12.721 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen den Marken von 12.583 und 12.820. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,9 Prozent auf 1350 Stellen nach. Beim Nasdaq betrug der Verlust 1,2 Prozent. Er schloss bei einem Stand von 2890 Zählern. In Frankfurt verlor der Dax 3,2 Prozent.

Wie in Europa standen in den USA Finanzwerte unter Druck. Die Papiere von Morgan Stanley und Goldman Sachs fielen etwa um 1,1 Prozent. Energietitel wie Chevron gerieten unter Druck, weil der Ölpreis nachgab. Die Chevron-Aktie verlor 1,1 Prozent.

Für eine Enttäuschung sorgte McDonald's mit seiner Quartalsbilanz. Die weltgrößte Fast-Food-Kette leidet unter der Krise auf seinem größten Absatzmarkt Europa, der trägen US-Konjunktur und höheren Kosten. Auch ein gestiegener Dollar drückte auf den Gewinn. Die Aktie sank um 2,9 Prozent und riss den wichtigen Konkurrenten Wendy's mit sich, dessen Papiere um 2,4 Prozent im Minus lagen.

Deutliche Kursgewinne gab es hingegen bei Firmen, die aus dem Ausland übernommen werden sollen. So stiegen in New York notierte Aktien des kanadischen Energiekonzerns Nexen um mehr als 50 Prozent, weil der chinesische Staatskonzern CNOOC das Unternehmen für gut 15 Milliarden Dollar übernehmen will.

Um 28 Prozent ging es mit den Anteilsscheinen des kalifornischen Kaffeerösters Peet's Coffee & Tea nach oben. Diesen möchte die deutsche Milliardärsfamilie Reimann für rund eine Milliarde Dollar kaufen. Die Holdingfirma der Familie aus Ludwigshafen, Joh. A. Benckiser, verschafft sich damit ein weiteres Standbein in der Kaffeebranche.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 706 Werte legten zu, 2294 gaben nach, und 96 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 507 im Plus, 1989 im Minus und 96 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Europa drückt Wall Street deutlich ins Minus"

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  • "denn dann ist das Ablenkungsmaneuver EURO vom Tisch und man braucht eine neue Sau um sie durchs Dorf zu treiben"

    War auch mein Gedankengang.
    Die Börsen sollen handeln, Anteils-Kapital für Firmen einsammeln, Anteile kaufen und verkaufen, und letztendlich als Anlage dienen. Und da können Währungen selbst mal so ziemlich egal sein, wenn man eine gesunde griechische Firma (zumindest theoretisch) hat, die ihren Anteilseignern gute Dividende ausschüttet, und auch sonst marktgerecht handelt, ist es mir wurscht in welcher Währung das ist. Wenn es der Euro ist, auch wenn der Staat selbst klamm ist, dann ist es eben der Euro, auch wenn man sich dafür in Griechenland gerade weniger kaufen kann, oder weniger Leute einkaufen können, ist dieses im Gesamtsystem egal.
    Will ich aber eine Währung zum psychologischen Spielball machen, bekomme ich sicher mit den entsprechenden Machtintentionen einiges kaputt.
    Die Analysten täten also gut daran, sich aus solchen Spielchen rauszuhalten, und sich um das zu kümmern, wozu sie geschaffen wurden, lukrativen Handel durch Anleger mit gesunden realen Firmen, egal in welcher Wirtschaft. Im übrigen habe ich immer Geld verdient, ohne diese ganzen Psychoschlauberger, und vor allem durch Anti-Zyklisches Handeln. Sobald jemand Untergang brüllt, verdiene ich immer noch Geld, egal ob in Peseten oder in Lira. Mit dem Euro ist es eben einfacher für alle.

  • "Europa drückt Wall Street ins Minus!"
    Dass ich da keinen Lachkrampf bekomme, liegt daran, dass man jeden Tag mehrere solche absurden Storys vorgesetzt bekommt! Gewohnheit eben!

    Lass die Eurozone erst mal geplatzt sein, so werden viele von denen, die einen derartigen Schmarrn verzapfen VIELLEICHT aufwachen, denn dann ist das Ablenkungsmaneuver EURO vom Tisch und man braucht eine neue Sau um sie durchs Dorf zu treiben. Diese Sau ist die USA und sie wird immer größer, sodass sie am Ende gar nicht mehr den Platz hat, durch die Häuserschluchten getrieben zu werden!

    Arme Journalisten! [...] [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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