Börse New York
Gewinnmitnahmen drücken Wall Street

Trotz guter Konjunkturdaten können die US-Börsen nicht überzeugen. Wie in Europa zeigen die Anleger in den USA Nerven und verhalten sich bedeckt. Zahlreiche Probleme sind nämlich immer noch nicht gelöst.
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New YorkEin skeptischer Konjunkturausblick der US-Notenbank Federal Reserve hat die Wall Street am Mittwoch deutlich belastet. Die Fed stellte in ihrem Wirtschaftsbericht Beige Book fest, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten in den USA weiter eingetrübt haben. Diese Aussagen drückten den Dow-Jones-Index ins Minus, nachdem er im frühen Handel dank Hoffnungen auf Bewegung in der Schuldenkrise Gewinne verbucht hatte.

Die Enttäuschung über die Quartalsbilanz des Börsenlieblings Apple lastete zudem schwer auf dem Technologieindex Nasdaq. Im Anschluss eines Krisentreffens zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel wurden zunächst keine genauen Details zum Inhalt der Gespräche bekannt. Die europäischen Regierungen verhandeln derzeit fieberhaft darüber, mit welchen Mitteln der Rettungsschirm EFSF schlagkräftiger gemacht werden kann. „Europa ist noch immer die größte Story im Markt“, sagte Rick Meckler von LibertyView Capital Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer bei 11.504 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.469 und 11.577 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,3 Prozent nach auf 1209 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 2,0 Prozent auf 2604 Punkte. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 5913 Punkten aus dem Handel. „Der Markt konnte sich gerade noch behaupten und dann löste der Fed-Bericht Verkäufe aus“, sagte Joseph Greco von Meridian Equity Partners. „Die Investoren suchten nur nach einem Grund zum Verkaufen.“

Immerhin sprach eine überraschend hohe Zahl von Wohnbeginnen für eine bessere Stimmung unter den US-Verbrauchern, die für die größte Volkswirtschaft entscheidend sind. Erstmals seit fast eineinhalb Jahren werden wieder kräftig Mehrfamilien- und Reihenhäuser gebaut - Dies dämpfte die Verluste zumindest etwas.

Apple-Papiere rauschten fast sechs Prozent in die Tiefe, nachdem das Börsenschwergewicht eine Umsatzdelle bei seinem Verkaufsschlager iPhone eingeräumt hatte. Viele Experten halten das Phänomen zwar für vorübergehend, der Kurs von mehr als 400 Dollar bot sich aber für Gewinnmitnahmen an. Dagegen konnte der Internetkonzern Yahoo mit einer soliden Quartalsbilanz punkten. Die Papiere des langjährigen Sorgenkinds der Branche notierten drei Prozent höher. Intel verbreitete seinerseits Zuversicht und wurde dafür mit einem Kursaufschlag von 3,6 Prozent belohnt.

Auch der Mischkonzern United Technologie berichtete von starken Geschäften und erhöhte seine Jahresprognose, stellt sich aber mit größerer Vorsicht auf 2012 ein. United-Aktien gaben dennoch gut ein Prozent nach. Anteile der Großbank Morgan Stanley konnten zumindest ihren Vortagesschluss behaupten, nachdem das Institut einen Milliardengewinn vermeldete.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,96 Milliarden Aktien den Besitzer. 834 Werte legten zu, 2174 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Milliarden Aktien 603 im Plus, 1937 im Minus und 80 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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