Börse New York
Griechenland hält Wall Street im Würgegriff

Das Dauerthema Griechenland schwächt auch die Börsen in den USA. Die drohende Staatspleite des Krisenlandes schickt den Dow Jones ins Minus. Für Nervosität sorgt außerdem die Fed.
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New YorkDie wachsende Angst vor einer Staatspleite Griechenlands hat am Montag auch die Wall Street ins Minus gedrückt. Die Gespräche zwischen Gläubigern und Vertretern der Regierung in Athen über die Bedingungen für weitere Milliardenhilfen waren am Sonntag abgebrochen worden. Der Markt habe lange Zeit gehabt, um sich auf einen Zahlungsausfall Griechenlands vorzubereiten, sagte Chefstratege Ashwin Bulchandani vom Vermögensverwalter MatlinPatterson. "Aber in Situationen wie diesen gibt es immer einen unbekannten Faktor." Unsicherheit mache die Investoren panisch.

Zusätzliche Nervosität herrschte im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank (Fed), die am Mittwochabend (MESZ) über das Ergebnis ihrer Beratungen informieren will. Anleger warten auf neue Hinweise, wann die Zinswende beginnt. Viele Volkswirte erwarten eine erste Zinserhöhung bislang für September.

Für eine Enttäuschung sorgten neue Daten zur US-Industrieproduktion. Diese sank im Mai zum Vormonat um 0,2 Prozent, während Experten mit einem Anstieg in derselben Höhe gerechnet hatten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 17.791 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 2084 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,4 Prozent auf 5029 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 1,9 Prozent auf nahezu 11.985 Punkten aus dem Handel.

Für deutliche Kursbewegungen sorgten einmal mehr Fusionspläne. So wollen sich die Baukonzerne Standard Pacific und Ryland Group zusammenschließen. Standard-Aktien verteuerten sich um knapp sechs Prozent, Ryland um fünf Prozent.

Der Drogeriebetreiber CVS Health kündigte die Übernahme des amerikanischen Apotheken- und Klinikgeschäfts der Einzelhandelskette Target für 1,9 Milliarden Dollar an. Target-Papiere tendierten 1,2 Prozent höher, CVS-Titel 0,4 Prozent im Plus.

Im Minus lagen United Technologies, die 2,5 Prozent verloren. Der Mischkonzern gab seinen Ausstieg aus dem Hubschraubergeschäft bekannt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1076 Werte legten zu, 1981 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1149 im Plus, 1639 im Minus und 132 unverändert.

An den US-Kreditmärkten drückten die US-Daten und die Zitterpartie um Griechenland auf die Renditen. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um 7/32 auf 97-30/32. Sie rentierten mit 2,36 Prozent nach 2,39 Prozent im späten Handel am Freitag. Die 30-jährigen Bonds legten 5/32 auf 98-8/32 zu und hatten eine Rendite von 3,09 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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