Börse New York
Griechenland-Krimi zwingt Anleger in Stand-By-Modus

Die schleppenden Verhandlungen in der Griechenland-Krise lähmen den Handel in den USA und Europa. Doch überraschend hohe US-Konsumausgaben geben etwas Auftrieb – doch zum Schluss drehen die Kurse ins Minus.
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New YorkDas zähe Ringen um eine Lösung im griechischen Schuldenstreit hat die US-Börsen belastet. Die Indizes an der Wall Street gaben am Donnerstag angesichts der ergebnislosen Verhandlungen in Brüssel durchweg nach.

Da halfen auch die Impulse nichts, die von einer mit Spannung erwarteten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshof zur Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama ausgingen. Die Richter erklärten eine zentrale Komponente des Projekts für rechtens.

Auch positive Konjunkturdaten, wonach die Ausgaben der Verbraucher im Mai so stark stiegen wie seit August 2009 nicht mehr, stützten den Markt. Doch insgesamt reichte das nicht, um unterm Strich für Gewinne in New York zu sorgen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent leichter bei 17.890 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 2102 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 5112 Stellen nach. Auch die Märkte in Europa standen im Bann des Schuldenstreits - so sehr, dass es kaum Bewegung gab. Der deutsche Leitindex Dax schloss nahezu unverändert bei 11.473 Punkten, der EuroStoxx50 lag mit 3610 Punkten ebenfalls auf Vortagesniveau.

"Die Blicke bleiben nach Brüssel und Athen gerichtet", sagte LBBW-Analyst Thomas Hollenbach. Athen und die Gläubiger-Institutionen IWF, EZB und EU-Kommission konnten sich nach stundenlangen Gesprächen nicht auf einen Reformplan einigen. Nun soll ein neues Treffen der Euro-Gruppe am Samstag eine Lösung bringen. Kanzlerin Angela Merkel mahnte Teilnehmern zufolge eine Einigung am Wochenende an.

"Abwarten und Tee trinken", empfahl Analyst Kit Juckes von der Societe Generale. Überwiegend hoffe man auf eine Übereinkunft in letzter Minute.

Genau diese Zuversicht sorgte letztendlich auch dafür, dass US-Staatsanleihen trotz der schleppenden Verhandlungen in Brüssel nachgaben. An den Kreditmärkten herrsche nach wie vor etwas Optimismus, dass Griechenland eine Pleite vermeiden werde, sagten Händler. Die zehnjährigen Bonds gaben 6/32 auf 97-21/32 nach. Sie rentierten mit 2,393 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 8/32 auf 96-31/32 und hatten eine Rendite von 3,157 Prozent.

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  • Schon wieder vorbei - es dreht ins Minus in USA.
    Alles sehr wackelig in diesen Tagen, was nicht allein, aber auch der Diskussion um den Grexit zu danken wäre. In USA sind die Zahlen gemischt, aber es scheint sich die Einschätzung durchzusetzen, daß der Zinshike bald kommt.

    Dabei geht es nicht einmal so sehr um die passenden Zahlenentwicklungen - die sich ja immer darstellen lassen - sondern vielmehr darum, daß die Fed endlich beweist, daß sie überhaupt noch handlungsfähig ist. Mittlerweile kann man daran durchaus Zweifel hegen.

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