Börse New York
Gute Firmenbilanzen treiben US-Börsen an

Die US-Börsen haben sich am ersten Handelstag im August nach starken Unternehmenszahlen mit Gewinnen präsentiert. Der Dow-Jones-Index schaffte es bereits den vierten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch.
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New YorkDie US-Börsen haben sich am Dienstag nach starken Unternehmenszahlen mit Gewinnen präsentiert. „Bis jetzt war es eine sehr gute Berichtssaison“, sagte Craig Erlam, Analyst beim Devisenbroker Oanda. „Das verhilft den US-Aktien zu Rekordwerten und macht Enttäuschungen über die Unfähigkeit von US-Präsident Donald Trump wett, seine wirtschaftspolitischen Ideen umzusetzen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 21.963 Punkten. Im Verlauf war er auf ein Rekordhoch von 21.990 Zählern geklettert. Damit ist das Marktbarometer nur noch wenige Punkte von der psychologisch wichtigen Marke von 22.000 Stellen entfernt. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 2476 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 6362 Punkte.

Ihr Augenmerk richteten Anleger dann auf Apple. Der Technologiekonzern legte nach Börsenschluss seine Quartalszahlen. Die Papiere notierten 0,9 Prozent fester. Der Technologiesektor hat in diesem Jahr besonders stark zugelegt. Das schürte Befürchtungen, Papiere der Branche könnten überbewertet sein und vor einer Korrektur stehen.

Die Aktien von Sprint sprangen rund elf Prozent in die Höhe. Der Mobilfunkanbieter verdiente im abgelaufenen Quartal erstmals seit drei Jahren wieder Geld. Zudem kündigte Firmenchef Marcelo Claure Informationen zu einer Fusion „in der nahen Zukunft“ an. Als ein möglicher Partner gilt die US-Tochter der Deutschen Telekom.

Aus Enttäuschung über den Ausblick warfen Anleger die Aktien von Mosaic aus ihren Depots. Die Papiere des Düngemittelherstellers fielen mehr als fünf Prozent.

Für die Papiere von Pfizer waren gemischte Zahlen für das zweite Quartal kein klarer Kurstreiber. Nach schwachem Start schafften sie es zeitweise knapp ins Plus, um letztlich 0,24 Prozent tiefer zu schließen. Der Gewinn war zwar gestiegen, was den Pharmakonzern auch optimistischer für das Gesamtjahr stimmt. Bei den Erlösen kämpft er aber weiter mit einer Flaute.

Beim Adidas-Rivalen Under Armour fordert das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre und die immer stärker werdende Konkurrenz ihren Tribut. Firmenchef Kevin Plank gab einen Konzernumbau bekannt und schraubte die Erwartungen an das Gesamtjahr zurück. Die Aktien sackten um mehr als zehn Prozent ab. Die Aktien des Drucker- und Kopierer-Herstellers Xerox etwa rückten nach besser als erwarteten Zahlen um fast 6 Prozent vor.

Nach Vorlage enttäuschender Absatzzahlen gaben Ford-Aktien 2,4 Prozent nach, General-Motors-Papiere verloren 3,4 Prozent. Die großen US-Autokonzerne verkauften im Juli deutlich weniger Fahrzeuge auf ihrem Heimatmarkt.

Enttäuschende Konjunkturdaten setzten die US-Währung unter Druck. Ein überraschender Rückgang der Bauausgaben und ein geringeres Wachstum der Industrie drückten den Dollar.

Auslöser war auch die Entlassung des Kommunikationschefs von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, nach nicht einmal zwei Wochen im Amt. Wenige Tage zuvor hatte Trump seinen Stabschef ausgewechselt. „Nicht nur mich erinnern das ganze Drama und die Verwicklungen in Washington an das Drehbuch einer Seifenoper“, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. „Viele Fragen sind offen, und der Markt ist noch nicht überzeugt, dass dem Neuanfang im Weißen Haus auch endlich wirtschaftspolitische Erfolge folgen werden.“ Einem einflussreichen US-Senator zufolge sind die Chancen für Steuersenkungen - eines der Wahlversprechen Trumps - gering.

Auch in Europa lockten ermutigende Unternehmenszahlen Anleger in die Aktienmärkte. Dax und EuroStoxx50 legten jeweils etwa ein Prozent auf 12.251 und 3477 Punkte zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 830 Millionen Aktien den Besitzer. 1745 Werte legten zu, 1136 gaben nach, und 175 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1547 im Plus, 1322 im Minus und 222 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 10/32 auf 101-1/32. Die Rendite sank auf 2,26 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 25/32 auf 102-26/32 und rentierte mit 2,86 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Trump arbeitet eben am Erfolg. Leider gibt es in Europa nur Meldungen,
    die von Diclofenac und Koks getrieben sind. Sehen sie sich den armen alten Dax an,
    er verharrt seit Jahren an gleicher Stelle, halb verhungert und ohne Investoren.

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