Börse New York
Industriedaten befeuern Wall Street

Überraschend viele Aufträge für die US-Industrie haben an der Wall Street Sorgen um die Zukunft der Euro-Zone kurzfristig in den Hintergrund gedrängt. Vor allem Energiewerte aber auch Auto-Aktien waren gefragt.
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DüsseldorfAnleger hofften am Dienstag auf dauerhaft volle Auftragsbücher für Industrieunternehmen, nachdem die Branche im Mai deutlich mehr Bestellungen einsammelte. Drohungen des Irans, eine der wichtigsten Öl-Handelsrouten zu schließen, trieben den Preis für ein Barrel der Sorte Brent erstmals seit drei Wochen über 101 Dollar.

Das gab Energiewerten Auftrieb. Gewinne beim Euro deuteten Händler als Zeichen für eine gestiegene Risikobereitschaft im Markt.

Der Dow Jones notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 12.943 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 12.845 und 12.946 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1374 Punkten, ein Aufschlag von ebenfalls 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent und ging mit 2.976 Punkten aus dem Handel. Wegen des anstehenden Feiertags schloss die Wall Street früher.

In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 6578 Punkten aus dem Handel. Hier griffen Anleger in der Hoffnung auf neue Zentralbank-Hilfen für die lahmende Wirtschaft zu.

Die Umsätze waren vor den Feiern zum Unabhängigkeitstag am Mittwoch gering. Viele Börsianer nutzten die Gelegenheit und blieben in der verkürzten Woche ihren Arbeitsplätzen fern. Zudem warteten die Anleger auf die anstehende EZB-Ratssitzung am Donnerstag, von der die meisten Marktteilnehmer eine Leitzinssenkung erwarten.

Die großen US-Autobauer verbuchten im Juni stärkere Umsätze als erwartet. Die Aktien von Ford Motor stiegen um 2,2 Prozent. Anteilsscheine von General Motors verteuerten sich sogar um 5,6 Prozent.

Auch die Aktie von Microsoft stand im Interesse der Händler. Der einst vielversprechende Kauf des Online-Werbespezialisten aQuantive entwickelt sich zum Milliarden-Desaster: Der Softwareriese schreibt die vor fünf Jahren übernommene Firma aQuantive völlig überraschend ab und verbrennt damit mehr als sechs Milliarden Dollar. Anleger ließ dies kalt: Die Aktie verteuerte sich um 0,7 Prozent.

Das Apple -Papier gewann 1,2 Prozent. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat im erbitterten Patentstreit mit dem iPhone- und iPad-Hersteller eine weitere Niederlage erlitten. Ein US-Gericht wies einen Antrag der Südkoreaner zurück, ein Verkaufsverbot für den Tablet-Computer Galaxy Tab 10.1 in den USA aufzuheben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 460 Millionen Aktien den Besitzer. 2364 Werte legten zu, 592 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,02 Milliarden Aktien 1764 im Plus, 657 im Minus und 131 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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