Börse New York
Konjunkturdaten geben US-Börsen Auftrieb

Die US-Börsen haben nach der jüngsten Erholung am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Ermutigende Konjunkturdaten haben den Markt gestützt, jedoch begrenzten schwache Finanztitel die Gewinne.
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New YorkDer S&P-Finanzindex verlor 0,6 Prozent. „Es scheint in Europa etwas Bewegung zu geben, aber gelöst wurde bisher noch gar nichts“, sagte Thomas Villalta, von Jones Villalta Asset Management. „Finanztitel haben einen Schritt zurückgemacht und deckeln so den gesamten Markt.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 11.556 Punkten, im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 11.517 und 11.624 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1195 Punkten, ein Plus von 0,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,5 Prozent auf 2515 Punkte.

In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von einem Prozent bei 5799 Punkten aus dem Handel. Sorgen bereiteten den Anlegern die Schuldenprobleme auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen fielen etwas, nachdem sie auf ein Rekordhoch gestiegen waren. „Die europäischen Finanzminister werden hoffentlich Details zum Rettungsfonds beschließen“, sagte Analyst Peter Boockvar von Miller Tabak & Co. Klarheit über die diskutierte Garantie von 20 bis 30 Prozent für neue Staatsanleihen und eine Hebelung des Fonds um das Drei- bis Vierfache seien wichtig.

Viele Anleger wagten sich vor den Beratungen der Finanzminister über weitere Instrumente im Schuldenkampf nicht allzu weit aus der Deckung. Dagegen hellte sich die Stimmung der US-Verbraucher im November überraschend deutlich auf. Der Index stieg auf 56,0 Punkte von revidiert 40,9 Zählern im Oktober, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Juli, nachdem das Barometer im Oktober noch auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren gefallen war.

Der trübere Ausblick der Ratingagentur Fitch für die Bonität der USA überraschte die Börsianer nicht. Beruhigend dürfte es sich aber dennoch ausgewirkt haben, dass die Agentur den USA für eine Strategie zum Abbau des riesigen Schuldenbergs wegen der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr eine Schonfrist bis Mitte 2013 einräumt. Die Verlierer bei den Finanztiteln wurden von der Bank of America und Morgan Stanley angeführt. Die Papiere der Bank of Amerika notierten 3,2 Prozent im Minus, die Anteilsscheine von Morgan Stanley verloren 3,6 Prozent an Wert.

Einbußen bei einigen wichtigen Internettiteln belasteten die Nasdaq. Die Euphorie nach Rekordumsätzen über die Thanksgiving-Feiertage kühlte nach den deutlichen Gewinnen am Montag etwas ab. Die Aktie der Shopping-Plattform Amazon verlor drei Prozent, die Papiere des Internetauktionshauses eBay büßten 3,1 Prozent ein.

Für Aufsehen sorgte die American-Airlines-Mutter AMR. Das Unternehmen stellte Antrag auf Gläubigerschutz und wechselte seinen Chef aus. Daraufhin stufte Fitch die Bonität des Unternehmens von „CCC“ auf „D“ herab, die AMR-Aktie stürzte 84 Prozent ab. Die Probleme bei der drittgrößten US-Fluggesellschaft konnten ihren Rivalen nichts anhaben. Die Aktien von Branchenprimus United Continental legten um 6,3 Prozent zu, die Papiere des US-Branchenzweiten Delta verteuerten sich um fünf Prozent.

Die Sorge um ein Abflauen der Kauflust im Luxussegment nahm der Aktie des Edel-Juweliers Tiffany etwas von ihrem Glanz. Zwar übertrafen die Umsätze im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten, jedoch liegen wegen der unsicheren Wirtschaftslage auf beiden Seiten des Atlantiks die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft unter der Prognose der Experten. Das Papier verlor 8,7 Prozent. An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 1463 Werte legten zu, 1538 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 954 im Plus, 1550 im Minus und 120 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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