Börse New York
Korea-Krise drückt Stimmung

An der Wall Street bleiben die Anleger am Freitag vorsichtig. Die Stimmung ist getrübt, das Säbelrasseln in der Korea-Krise findet kein Ende. Weil die Inflation überraschend niedrig ausfällt, zogen die Kurse aber leicht an.
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New YorkDie Nordkorea-Krise hat zum Wochenschluss die Stimmung an der Wall Street gedrückt. US-Präsident Donald Trump erneuerte seine Drohungen gegen Nordkorea und brachte über Twitter eine militärische Lösung ins Spiel, sollte sich der kommunistische Staat „unklug“ verhalten. „Die Eskalation der geopolitischen Lage zwischen den USA und Nordkorea erschüttert die Nerven der Investoren“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei First Standard Financial. „Der Angstfaktor ist der schlimmste Feind der Märkte und verstärkt sich selbst.“ Der Krieg der Worte hat die Aktienanleger in den vergangenen Tagen weltweit eine Billion Dollar gekostet.

Die unerwartet niedrige Inflation in den USA verhinderte allerdings einen weiteren Tag mit Verlusten. Die Teuerungsrate fiel etwas geringer aus als erwartet. Das schürte Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr verzichten könnte.

Die Korea-Krise hat dem Dow Jones Industrial den größten Wochenverlust seit März eingebrockt. Der US-Leitindex fiel im Wochenvergleich um 1,06 Prozent. Allerdings hatte das Börsenbarometer erst am Dienstag noch zum zehnten Mal in Folge ein Allzeithoch erklommen. Am Freitag nun erholte sich der Dow nur minimal von seinen jüngsten Verlusten und legte um 0,07 Prozent auf 21 858,32 Punkte zu. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es um 0,13 Prozent auf 2441,32 Punkte nach oben, und der Nasdaq 100 stieg um 0,75 Prozent auf 5831,53 Punkte. Er war am Donnerstag noch um mehr als zwei Prozent eingeknickt.

Der Snapchat-Betreiber Snap enttäuschte mit seinen Nutzerzahlen und hohen Verlusten die Anleger. Auch das Versprechen der Gründer, zunächst keine Aktien zu verkaufen, konnte Investoren nicht beruhigen. Die Papiere brachen knapp 14 Prozent ein.

Die Warenhauskette J.C. Penney sorgte für eine weitere Hiobsbotschaft in der Branche: Das Unternehmen hatte im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen und zudem einen unerwartet hohen Verlust verbucht. Daraufhin sackten die Anteilsscheine um 16,56 Prozent ab. Zwischenzeitlich hatten sie sogar bei 3,77 Dollar ein Rekordtief erreicht. Bereits am Donnerstag hatte der Wettbewerber Macy's mit einem enttäuschenden Ausblick heftige Kursverluste im Sektor ausgelöst.

Beim Chip-Hersteller Nvidia mussten die Anleger trotz des Umsatz- und Ergebnissprungs im zweiten Quartal einen Kursrückgang von mehr als 5 Prozent verkraften. Allerdings waren die Papiere zuvor schon gut gelaufen und hatten am Dienstag ein Rekordhoch erreicht.

In Reaktion auf die Nordkorea-Krise erhöhte der Vermögensverwalter Pimco seine Barmittel. Die Allianz-Tochter wolle für künftige Kaufchancen gewappnet sein, sagte Chefinvestor Dan Ivascyn. Pimco verwaltet ein Vermögen von mehr als 1,6 Billionen Dollar.

An Europas Börsen trieb ebenfalls die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea die Anleger weiter um. Investoren flüchteten in „sichere Häfen“ wie Bundesanleihen und Gold. Der Dax rutschte am Freitag zeitweise und erstmals seit vier Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten. Er ging kaum verändert bei 12.014 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht büßte der deutsche Leitindex 2,3 Prozent ein. Der EuroStoxx50 schloss 0,8 Prozent niedriger bei 3406 Zählern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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