Börse New York
Kritik an Trump bremst Wall Street

Gute Geschäftsbilanzen und Konjunkturdaten stützen die Wall Street. Doch die Empörung über Präsident Trumps Weitergabe von Geheimdienstinformationen sorgt für Turbulenzen. Seine Reformpläne werden nun angezweifelt.
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New YorkUS-Präsident Donald Trump hat am Dienstag die Wall Street mit seiner umstrittenen Weitergabe von Geheimdienst-Informationen an Russland in Atem gehalten. Dank guter Geschäftsbilanzen und Konjunkturdaten erreichten wichtige US-Börsenbarometer zunächst neue Bestmarken. Doch die Standardwerte drehten ins Minus, als in der Politik die Empörung über Trumps Verhalten wuchs. Die zunehmende Kritik schürte Zweifel, ob er seine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik durchsetzen kann. Nach dem jüngsten Höhenflug der Kurse nahmen Anleger Gewinne mit. Gefragt waren aber Titel der IT-Branche. Investoren gingen nach der jüngsten Cyber-Attacke von einem höheren Bedarf an Sicherheitstechnologie aus, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging bei 20.979 Punkten praktisch unverändert aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 2400 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte dagegen um 0,3 Prozent auf 6169 Stellen vor. In Frankfurt war der Dax zunächst auf ein Rekordhoch von 12.841 Punkten gestiegen, schloss aber letztlich kaum verändert bei 12.804 Zählern.

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählte Microsoft mit einem Plus von gut zwei Prozent. Gefragt waren auch die Aktien von Home Depot, die sich um 0,6 Prozent verteuerten. Die größte Baumarktkette der USA steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal um fünf Prozent, den Überschuss um zwölf Prozent. Dagegen wuchsen die Erlöse bei dem Betreiber der Einzelhandelsketten T.J. Maxx und Marshalls, TJX, langsamer, so dass die Investoren letztlich doch nur durchwachsene Bilanznachrichten erreichten.

Höhen und Tiefen gab es auch bei den Konjunkturdaten: Einerseits erfreute die Anleger ein Plus der US-Industrieproduktion von einem Prozent im April.. Doch vom Immobilienmarkt wurden im selben Monat überraschend wenig Neubauprojekte gemeldet.

Trump gab Regierungskreisen zufolge bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow geheime Informationen über die Extremistenmiliz IS preis, die laut einem Bericht der "New York Times" aus Israel stammten. Die Aufregung um den Präsidenten schickte die US-Währung auf Talfahrt. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,8 Prozent auf 98.158 Punkte. Der Euro stieg um gut ein Prozent auf 1,1085 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1296 Werte legten zu, 1603 gaben nach und 180 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp zwei Milliarden Aktien 1418 Titel im Plus, 1429 im Minus und 221 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Bonds um 03/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 2,33 Prozent. Die 30-jährigen Papiere kletterten 10/32 auf 100-07/32 und hatten eine Rendite von 2,99 Prozent. Händler sagten, die schwachen Daten vom US-Immobilienmarkt trieben die Anleger in die als sicher geltenden Staatsanleihen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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