Börse New York: Marktbericht
Dow Jones schließt auf Elf-Jahres-Tief

Der Dax stürzt auf ein Jahrestief, der Dow Jones tut es ihm gleich: Der Leitindex der Wall Street hat auf dem niedrigsten Stand seit rund elf Jahren geschlossen. Sorgen um die Finanzbranche und ein Ausverkauf bei Technologiewerten drückten die US-Börsen insgesamt in den roten Bereich.

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben zu Wochenbeginn ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Leitindex Dow Jones fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1997. Anhaltende Sorgen um die Finanzbranche und ein Ausverkauf bei Technologiewerten sorgten für schlechte Stimmung. Die Hoffnung auf ein verstärktes Engagement der amerikanischen Regierung bei der massiv unter Druck geratenen Großbank Citigroup konnte den Markt nur zeitweise stützen. Es gebe nach wie vor Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems, erklärten Analysten. Die Aktien des Autobauers Ford profitierten dagegen von einer Einigung mit den Gewerkschaften über Krankenversicherungskosten.

Nachdem die US-Börsen bereits Ende vergangener Woche auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen waren, gab der Dow-Jones-Index der Standardwerte weitere 3,4 Prozent auf 7 114 Punkte nach. Im Verlauf pendelte er zwischen 7 105 und 7 441 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,5 Prozent auf 743 Zähler, was der tiefste Stand seit zwölf Jahren war. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 3,7 Prozent auf 1 387 Punkte.

Nach anfänglichen Gewinnen drehten die US-Börsen vor allem deshalb ins Minus, weil Investoren ihr Geld aus dem Technologiesektor abzogen. Grund waren Befürchtungen, dass die Firmen wegen der Rezession ihre IT-Ausgaben weiter kürzen und damit die Ergebnisse der Branche belasten. Die Papiere des Mac- und iPhone-Herstellers Apple verbilligten sich um 4,7 Prozent, die des weltgrößten Software-Konzerns Microsoft um 4,4 Prozent. Die Aktien des Chip-Giganten IBM verloren fünf Prozent, die des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard sogar 6,3 Prozent.

Auch die Papiere des Mischkonzerns General Electric stürzten um 5,7 Prozent ab. Ein Grund war, dass die Deutsche Bank ihr Kursziel für den Siemens-Konkurrenten fast um ein Drittel nach unten schraubte. Im Bankensektor herrschte trotz der Ankündigung der US-Regierung, systemrelevanten Finanzinstituten zu helfen, weiter Unsicherheit. "Wir wissen nicht, welche Position die Regierung vertritt, ob es Verstaatlichungen geben wird oder ob es so weiter gehen wird wie bisher", sagte Händler Peter Boockvar. "Unabhängig davon bleibt die Wirtschaft schwach und der Markt hat Angst vor schlechten Firmenergebnissen."

Die Papiere der Citigroup, die am Freitag abgestürzt waren, profitierten von Spekulationen über eine höhere Beteiligung der US-Regierung an dem Institut. Medien berichteten, die Staatsbeteiligung könnte auf bis zu 40 Prozent steigen. Die Aktien der Citigroup schossen zunächst um knapp 20 Prozent in die Höhe und lagen zu Handelsende noch 9,7 Prozent im Plus. Bank of America-Papiere verteuerten sich um 3,2 Prozent.

Kreisen zufolge verhandelt die US-Regierung auch mit dem angeschlagenen Versicherungskonzern AIG über eine weitere Finanzspritze. Möglich seien weitere Mittel für den Versicherer oder das Begleichen von Schulden durch Aktien, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Die Verhandlungen seien jedoch noch im Gange und auch andere Optionen würden diskutiert. AIG und Finanzministerium äußerten sich nicht zu dem Bericht. Die Aktien von AIG stürzten zwischenzeitlich um rund 15 Prozent ab und schlossen 1,9 Prozent tiefer.

Der Autobauer Ford hat sich mit der Gewerkschaft UAW über eine Finanzierung der Krankenversicherung von Ruheständlern geeignet. Die Titel des Autobauers schossen 9,5 Prozent nach oben. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Mrd. Aktien den Besitzer. 412 Werte legten zu, 2 694 gaben nach und 70 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Mrd. Aktien 547 im Plus, 2 158 im Minus und 130 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 99-260/32. Sie rentierten mit 2,772 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 32/32 auf 99-180/32 und hatten eine Rendite von 3,524 Prozent.

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