Börse New York
Ölpreise und Bilanzen verunsichern Anleger

Gefallene Ölpreise und mäßige Unternehmensbilanzen ließen die amerikanischen Märkte am Dienstag uneinheitlich schließen. Die Aktie von Netflix brach wegen eines schwachen Kundenwachstums um fast 13 Prozent ein.

New YorkSinkende Ölpreise und einige schwächere Unternehmensbilanzen haben die Stimmung an der Wall Street am Dienstag gedämpft. Zudem senkte der Internationale Währungsfonds seine globale Wirtschaftsprognose für dieses und nächstes Jahr. Das Brexit-Votum trübt nach Einschätzung des Fonds die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft ein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1 Prozent auf 18.559 Punkten zu. Der breiter gefasste S&P-500 verlor dagegen 0,1 Prozent auf 2163 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,4 Prozent auf 5035 Punkte ab.

Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien von Netflix, die mehr als 13 Prozent einbrachen. Die Online-Videothek enttäuschte mit ihrem Kundenwachstum im zweiten Geschäftsquartal.

Auch der Kurs der Investmentbank Goldman Sachs gab nach, und zwar um 1,2 Prozent. Dabei hat sie dank Einsparungen und einem wieder florierenden Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ihren Gewinn im Frühjahr deutlich gesteigert.

Der US-Saatgutriese Monsanto gibt sich mit der aufgestockten Übernahmeofferte von Bayer noch nicht zufrieden. Das Angebot sei "finanziell unangemessen" und reiche noch nicht aus. Der Aktienkurs legte nach anfänglichen Verlusten 0,4 Prozent zu.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von vier großen Krankenversicherern. Das US-Justizministerium will Insider-Informationen zufolge deren geplante milliardenschwere Fusionen verhindern. Dabei geht es um den geplanten Kauf von Humana durch Aetna für 34 Milliarden Dollar und die Fusion der beiden Konkurrenten Anthem und Cigna im Volumen von 44 Milliarden Dollar. Aetna-Scheine ließen knapp drei Prozent, Humana-Papiere fast vier Prozent, Anthem-Aktien und Cigna-Titel jeweils rund zwei Prozent Federn.

In Frankfurt nutzten die Aktienanleger die Kursrally der vergangenen beiden Wochen für Gewinnmitnahmen. Außerdem lasteten enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland auf der Stimmung. Der Dax verlor 0,8 Prozent auf 9981 Punkte, und der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent auf 2931 Zähler nach. Der ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsianer widerspiegelt, fiel im Juli auf minus 6,8 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit November 2012 und weniger als erwartet. "Die Brexit -Abstimmung hinterlässt nun ihre ersten Spuren", sagte Jens Klatt, Marktanalyst des Brokerhauses JFD.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1223 Werte legten zu, 1744 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 986 im Plus, 1848 im Minus und 187 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 100-20/32. Die Rendite sank auf 1,5543 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 22/32 auf 104-30/32 und rentierte mit 2,2711 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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