Börse New York
Sinkende Ölpreise sorgen für Verluste an der Wall Street

Die Brexit-Angst treibt auch die Anleger an den US-Börsen um. Aber vor allem die sinkenden Rohstoffpreise lasten auf der Wall Street. Bei den Anleihen gibt es einen deutlichen Rendite-Crash.

New YorkSinkende Ölpreise haben am Freitag an den US-Börsen für Verluste gesorgt. Beobachter machten dafür Gewinnmitnahmen am Ölmarkt verantwortlich. Wie bereits an den europäischen Börsen sorgte auch in New York die näher rückende Volksabstimmung über die weitere Mitgliedschaft Großbritanniens zusätzlich für Zurückhaltung bei den Anlegern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer auf 17.865 Punkten. Der breiter gefasste S&P gab um 0,9 Prozent auf 2096 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 4895 Zähler. Bereits am Donnerstag hatten sinkende Ölpreise die Stimmung an den New Yorker Aktienmärkten verdorben. Besonders Energiewerte gaben nach. Im Wochenvergleich stieg der Dow um 0,3 Prozent, während der S&P 0,1 Prozent und der Nasdaq ein Prozent nachgaben.

Bei den Einzelwerten standen die Papiere des Elektro-Autoherstellers Tesla im Mittelpunkt des Interesses. Sie ließen 4,6 Prozent Federn. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA prüft Berichte über Probleme bei der Aufhängung der Fahrzeuge.

Die Aktien von Urban Outfitters stürzten knapp sechs Prozent ab. Der Bekleidungseinzelhändler enttäuschte die Anleger mit seinen Umsatzzahlen.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Anteilsscheine von Walgreens. Die Zeitung "New York Post" hatte berichtet, das die Wettbewerbsbehörde FTC wahrscheinlich die geplante Übernahme des Rivalen Rite Aid absegnen werde. Rite-Aid-Scheine verteuerten sich um 3,4 Prozent, Walgreens-Papiere sogar um 4,4 Prozent.

Die Kauflaune der US-Konsumenten trübte sich im Juni weniger stark ein als erwartet. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank um 0,4 auf 94,3 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Rückgang auf 94,0 Zähler gerechnet.

Die Angst vor einem Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU) und einem weltweiten Konjunkturabschwung trieb Anleger in Scharen in die als sicher geltenden Staatsanleihen. Das sorgte für einen Rendite-Crash am Anleihemarkt: Die Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe schrammte nur knapp an der Null vorbei. Aktien warfen die nervösen Investoren hingegen in hohem Bogen aus ihren Depots.

"Die Stimmung ist schlecht", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Der Leitindex Dax sackte deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und verlor 2,5 Prozent auf 9834,62 Zähler. Beim Eurostoxx50 ging es um 2,6 Prozent nach unten. Auf Wochensicht verlor der Dax 2,6 Prozent. "Angesichts der durch die letzten Umfragen bestätigten Unsicherheit über den Ausgang des Brexit-Referendums sowie der latenten Terrorgefahr im Rahmen der beginnenden Fußball-Europameisterschaft sind am Markt weiterhin sichere Häfen gesucht", kommentierte die BayernLB.

Auch die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 12/32 auf 99-28/32. Die Rendite sank auf 1,639 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 22/32 auf 101-3/32 und rentierte mit 2,449 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 575 Werte legten zu, 2437 gaben nach und 138 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 591 im Plus, 2218 im Minus und 148 unverändert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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