Börse New York
Sorgen wegen Trump-Steuerplänen drücken Wall Street

Sorgen über eine Verzögerung der Steuersenkungspläne von US-Präsident Trump haben die Wall Street am Dienstag belastet. Auch einige schlechter als erwartet ausgefallene Quartalsbilanzen trübten die Laune der Investoren.
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New YorkEine mögliche Verzögerung der Steuersenkungspläne von US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street am Dienstag belastet. Finanzminister Steven Mnuchin sagte der „Financial Times“, dass sich der Zeitplan verschieben könnte. Das ließ bei Investoren die Zweifel wachsen, ob Trump seine groß angekündigten Vorhaben tatsächlich umsetzen kann. Aber auch einige schlechter als erwartet ausgefallene Quartalsbilanzen trübten die Laune der Investoren. „Die Märkte schauen vorwiegend auf die Gewinnentwicklung“, sagte Portfolio-Manager Paul Nolte vom Broker Kingsview Asset Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer auf 20.523 Punkten. Im Verlauf war er allerdings zeitweise bis auf 20.462 Stellen abgesackt. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 2342 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 5849 Punkte.

Zu den Verlierern gehörten die Papiere der Investmentbank Goldman Sachs, die 4,7 Prozent nachgaben. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal zwar um 80 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar, doch wurden die Analystenerwartungen damit verfehlt. Konkurrentin Bank of America überraschte dagegen mit einem Plus von 44 Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar positiv. Dem Sog der fallenden Wall Street konnten sich die Papiere aber nicht entziehen und verloren 0,4 Prozent.

Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson übertraf zwar im ersten Quartal ergebnisseitig die Erwartungen, doch der Umsatz blieb dahinter zurück. Die Titel verloren 3,10 Prozent. Dagegen ging es für die Aktien von UnitedHealth Group um 0,84 Prozent hoch, nachdem der Krankenversicherer die Anleger mit seinen angehobenen Jahreszielen positiv überrascht hatte.

Die Anteilsscheine von Harley Davidson fielen um mehr als vier Prozent. Der US-Motorradbauer startete mit weniger Gewinn und Umsatz ins neue Jahr. Das Unternehmen gewährte Händlern einen seltenen Rabatt, um den Verkauf von Modellen aus dem Jahr 2016 anzukurbeln.

Derweil verdichteten sich beim Generikahersteller Akorn die Hinweise für eine bevorstehende Übernahme. Laut der US-Website Streetinsider.com steht der Kauf durch den deutschen Medizinkonzern Fresenius unmittelbar bevor. Bereits vor über einer Woche hatten die Akorn-Titel mit einem Kurssprung auf Berichte über entsprechende Verhandlungen reagiert, und ein Analyst hatte für den Zukauf einen Wert von bis zu 4,27 Milliarden Dollar oder rund 34 Dollar je Akorn-Aktie errechnet - am Ende legte sie um 3,28 Prozent auf 33,04 US-Dollar zu.

Aussagen von Verizon-Chef Lowell McAdam, der sich offen für Fusionen mit Unternehmen wie dem Kabelnetz- und Telekomkonzern Comcast, dem Unterhaltungskonzern Walt Disney oder dem Medienunternehmen CBS zeigte, gaben den Aktien der genannten Unternehmen ein wenig Schwung: Verizon notierten letztlich 0,84 Prozent höher, während es bei Disney nur für ein Plus von 0,36 Prozent reichte. Dagegen legten Comcast um 1,05 Prozent und CBS um 1,80 Prozent zu.

Beim Streamingdienst Netflix mussten die Anleger mit einem Kursverlust von 2,64 Prozent leben. Das Unternehmen kratzt zwar an der Marke von 100 Millionen Nutzern, hatte aber im ersten Quartal weniger neue Nutzer als von Experten prognostiziert gewonnen. Zudem blieben die Ziele für das laufende zweite Quartal unter den früheren Vorhersagen. Hohe Ausgaben - nicht zuletzt für exklusive Streaming-Inhalte und aufwendiges Marketing - dürften das Ergebnis deutlich drücken, warnte das Unternehmen.

Der Euro stieg im New Yorker Handel gegenüber dem späten europäischen Nachmittagshandel weiter und kostete zuletzt 1,0731 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) davor auf 1,0682 Dollar festgesetzt.

In Europa stieg wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich bei Anlegern die Anspannung. Für zusätzliche Unruhe sorgte die überraschende Ankündigung vorgezogener Neuwahlen in Großbritannien. „Für Anleger macht dies alles noch komplizierter“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Der Dax schloss 0,9 Prozent tiefer bei 12.000 Zählern, der EuroStoxx50 büßte 1,1 Prozent auf und 3409 Punkte ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 1372 Werte legten zu, 1521 gaben nach und 183 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1233 im Plus, 1571 im Minus und 241 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren angesichts der weltweiten geopolitischen Spannungen als sicherer Hafen gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 20/32 auf 100-19/32. Die Rendite sank auf 2,182 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-11/32 auf 103-3/32 und rentierte mit 2,846 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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