Börse New York
Trump verschreckt die US-Anleger

Mit der Angst vor einer drohenden Ausgabensperre für den Kongress scheucht US-Präsident Trump die Wall Street auf. Dow und Co. büßen Punkte ein. Bilanzzahlen und Gerüchte aus der Geschäftswelt bewegten die Kurse.
  • 1

New YorkSorgen vor einer Zuspitzung des innenpolitischen Streits in den USA und das nahende Notenbanker-Treffen in Jackson Hole haben die Wall Street zur Wochenmitte belastet.

Kopfschmerzen bereitete den Anlegern in den USA vor allem Präsident Donald Trumps Drohung, es im Konflikt um die Finanzierung der von ihm angekündigten Grenzmauer zu Mexiko auf einen "government shutdown" ankommen zu lassen - einer Art Zwangsschließung der staatlichen Behörden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 21.866 und einem Tief von 21.808 Punkten. Er ging 0,4 Prozent schwächer bei 21.811 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 büßte ebenfalls 0,4 Prozent ein und schloss auf einem Stand von 2444 Stellen. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 6278 Punkte nach.

In Frankfurt hatte sich der Dax zuvor 0,5 Prozent schwächer bei 12.174 Punkten verabschiedet. Auch hier wurde das Aktiengeschäft gebremst durch die Aussicht auf das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, zu dem auch EZB-Chef Mario Draghi erwartet wird. Sämtliche Äußerungen von Draghi und Yellen dürften von den Anlegern gründlichst auf Hinweise auf die künftige Geldpolitik durchforstet werden.

Trump will mit seiner "Shutdown"-Drohung den Druck auf den Kongress erhöhen, der die Mittel zum Bau der Mauer bislang nicht bewilligen will. Schon jetzt bezweifeln Anleger angesichts zahlreicher Querelen im Weißen Haus zunehmend, dass Trump wichtige Vorhaben wie die Steuerreform oder Großinvestitionen in die Infrastruktur umsetzen kann.

In gespannter Erwartung blickten die Investoren zudem auf den Auftritt von Fed-Chefin Janet Yellen bei dem traditionellen Zentralbanken-Gipfel am Freitag in Wyoming. Hinzu kamen überwiegend schwache Konjunkturdaten, die etwas auf die Stimmung der Anleger drückten. So waren die Neubauverkäufe im Juli überraschend eingebrochen und auch der vom Institut Markit veröffentlichte Einkaufsmanagerindex Industrie für den Monat August fiel schwächer als prognostiziert aus.

Kommentare zu " Börse New York: Trump verschreckt die US-Anleger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Trump hat offensichtlich keine Ahnung von Politik. Wie kann man so dumm sein, für ein Symbolprojekt wie die Mauer den gesamten Staatshaushalt zu blockieren?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%