Börse New York
US-Aktien profitieren von Fed-Entscheidung

Investoren an der New Yorker Wall Street feierten die überraschende Entscheidung der Federal-Reserve, an der lockeren US-Geldpolitik festzuhalten. Auch an anderen Börsen wurde Bernankes Ankündigung positiv aufgenommen.
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New York Die Aussicht auf ungeschmälerte Geldspritzen der US-Notenbank (Fed) hat die Wall Street am Mittwoch auf neue Rekordstände getrieben. Die Investoren feierten die überraschende Entscheidung der Fed, auf eine Reduzierung der Konjunkturhilfen vorerst zu verzichten. "Keine Drosselung!", kommentierte Investmentstratege Brad McMillan von Commonwealth Financial den Paukenschlag. "Der Markt liebt das!" Es bleibe jedoch abzuwarten, ob die Begeisterung anhalte.

McMillan erläuterte, kurzfristig sei es zwar positiv, dass die Fed nicht weniger Geld in die Wirtschaft pumpe. Zugleich aber werde deutlich, dass die Notenbank die konjunkturelle Erholung skeptischer sehe als viele andere.

"Wir waren übertrieben optimistisch", räumte Fed-Chef Ben Bernanke in der Pressekonferenz nach der Notenbank-Sitzung ein. Er machte deutlich, dass die Fed die Wirtschaft noch nicht für robust genug hält, um ihre monatlichen Wertpapierankäufe über 85 Milliarden Euro langsam zurückzufahren. Ob die Zentralbank noch in diesem Jahr damit beginnen könnte, ließ er offen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging knapp ein Prozent höher mit fast 15.677 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,2 Prozent auf rund 1726 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ein Prozent auf nahezu 3784 Punkte.

Die US-Währung verlor deutlich an Wert. Der Euro stieg auf 1,3514 Dollar. Auch US-Staatsanleihen legten kräftig zu.

Besonders Euphorisch reagierten die Aktienmärkte in Südamerika. Der MSCI-Index für Aktien in Lateinamerika schoss fast vier Prozent in die Höhe. Auch die Kurse des brasilianischen Real und des mexikanischen Peso zogen erheblich an. Investoren zeigten sich erleichtert, dass die Fed an ihrer ultralockeren Geldpolitik noch auf unbestimmte Zeit festhält. In den vergangenen Monaten sorgte allein die Erwartung einer Drosselung in den USA für massive Kapitalabflüsse aus Schwellenländern.

In Frankfurt hatte der Dax vor der Fed-Entscheidung 0,5 Prozent fester bei 8636 Zählern geschlossen.

Bei den Einzelwerten stand unter anderem der Softwarekonzern Adobe im Mittelpunkt, der Fortschritte mit seinem neuen Vertriebssystem macht. Der Hersteller populärer Computer-Programme wie Photoshop und Acrobat Reader steigerte im vergangenen Quartal die Zahl seiner Abonnenten deutlich. Die Aktie legte 9,2 Prozent zu.

Auch mit FedEx ging es nach oben. Das Papier stieg um fünf Prozent. Der harte Sparkurs des Paketriesen zahlt sich aus. Der Gewinn legte im vergangenen Geschäftsquartal überraschend kräftig zu.

Apple -Aktien zogen zwei Prozent an. Zwei einflussreiche Zeitungsrezensenten hatten sich positiv über den Fingerabdruck-Scanner im iPhone 5S geäußert, mit dessen Hilfe sich das Gerät aktivieren lässt.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,82 Milliarden Aktien den Besitzer. 2620 Werte legten zu, 428 gaben nach und 53 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 1620 im Plus, 903 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Bernanke hat getestet und für möglich befunden. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

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