Börse New York
US-Anleger kommen über Trump hinweg

Die Anleger an der Wall Street haben am Dienstag ihren Blick auf die Konjunktur gerichtet. Die großen Indizes an der Wall Street verbuchten erstmals wieder Gewinne. Im Fokus standen Autobauer.
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New YorkDer Dow Jones Industrial hat dank guter Konjunkturdaten eine achttägige Verlustserie beendet, US-Anleger haben das Debakel um die US-Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump am Dienstag abgehakt.

"Das Scheitern ist keine komplette Katastrophe", betonte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Trump wird sich nun umso mehr um seine Steuerreform bemühen. Zudem könnte er seinem Wirtschaftsplan höhere Priorität einräumen."

Die Analysten der Rabobank mahnten aber zur Vorsicht. So lange keine Details zu den Steuerplänen bekannt seien und das US-Parlament keine Zustimmung signalisiere, stehe die aktuelle Erholung auf wackligen Füßen. Ihre Kollegen von Morgan Stanley warnten zudem, dass das Reformpaket kleiner ausfallen oder die Staatsverschuldung stärker in die Höhe getrieben werden könnte. Schließlich fielen durch die Beibehaltung der bisherigen US-Krankenversicherung "Obamacare" die ursprünglich eingeplanten Einsparungen weg.

Die überraschend gute Kauflaune der US-Verbraucher half der Börse zusätzlich. Die Verbraucherstimmung in den USA machte im März einen großen Sprung nach oben und erreichte den höchsten Stand seit über 16 Jahren. Das Stimmungsbarometer stieg auf 125,6 Punkten.

Die Nachricht sei in Anbetracht des bereits unerwarteten Anstiegs im Vormonat sehr positiv zu beurteilen und mit einem robusten Konsumwachstum vereinbar, schrieb Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher auf 20.701 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,7 Prozent auf 2358 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 5875 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 1,3 Prozent im Plus bei 12.149 Punkten, dem höchsten Stand seit zwei Jahren, aus dem Handel. Der EuroStoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3465 Zähler.

In das positive Bild passte, dass die Preise am US-Häusermarkt im Januar, gemessen am Case-Shiller-Index, etwas stärker als erwartet zugelegt hatten. Stratege Dean Popplewell vom Handelshaus Oanda äußerte sich derweil skeptisch. Um die Aufwärtsdynamik an den Kapitalmärkten schwungvoll wiederzubeleben, dürften die Anleger konkrete Details über die geplante Steuerreform, die Infrastrukturausgaben und Deregulierungsvorhaben in den USA sehen wollen.

Die Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte dagegen keine Auswirkungen auf die Börsen. Yellen äußerste sich bei ihrem Auftritt am Abend (MESZ) weder zur Geldpolitik noch zum Wirtschaftsausblick.

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