Börse New York
US-Anleger schauen auf Pfizer und Allergan

Nachdem sie sich am Vortag mit Mühe ein Plus abringen konnte, ging die Wall Street mit Verlusten aus dem Donnerstag. Für Aufsehen sorgt die Pharmabranche. Es bahnt sich eine Mega-Übernahme an.

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag keine klare Richtung gefunden. Tags zuvor hatte die US-Notenbank Fed zwar an ihrer Nullzins-Politik festgehalten, aber eine Zinserhöhung im Dezember auf ihre Agenda gesetzt. Das müsse der Markt erst einmal verdauen, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent im Minus bei 17.755 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2089 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 5074 Punkte.

Zuletzt hatte sich die Meinung festgesetzt, dass die Fed wegen der mauen Aussichten für die Weltwirtschaft erst 2016 handeln würde. Die Notenbank erwähnte überraschend die Konjunkturrisiken aus dem Ausland nicht mehr. "Das ist, als ob sie das nie gesagt haben", sagte Investment-Stratege Jeffrey Saut von Raymond James Financial. Da sich die US-Wirtschaft im Sommer aber deutlich abgekühlt hat, blieb das Minus an der Wall Street moderat. Die Konjunkturdaten gelten als wichtige Orientierungsgröße für die Geldpolitik.

Für Aufsehen sorgten die US-Pharmakonzerne Pfizer und Allergan, die einen milliardenschweren Zusammenschluss ausloten. Der Botox-Hersteller Allergan bestätigte Gespräche mit Pfizer. Es könnte die bislang größte Übernahme in diesem Jahr werden. Die Allergan-Aktien legten knapp sechs Prozent zu, Pfizer-Anteilsscheine ließen dagegen rund zwei Prozent Federn.

Die Papiere des Herstellers von Actionkameras, GoPro, stürzten nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem schwachen Ausblick um mehr als 15 Prozent ab.

Der Frust über ausbleibende Dividenden bei der Deutschen Bank verdarb Anlegern an Europas Aktienmärkten die Laune. Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus stürzten um knapp sieben Prozent ab und zogen den Dax mit nach unten. Der Leitindex fiel um 0,3 Prozent auf 10.800,84 Punkte. Der EuroStoxx50E gab 0,2 Prozent ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 1185 Werte legten zu, 1852 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 959 im Plus, 1820 im Minus und 173 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben in Erwartung einer Zinswende im Dezember nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 23/32 auf 98-15/32. Die Rendite stieg auf 2,174 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-31/32 auf 98-8/32 und rentierte mit 2,965 Prozent.

Agentur
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