Börse New York
US-Börsen erobern Gewinne zurück

Der ungewisse Zeitpunkt der US-Leitzinswende hatten die Anleger ausgebremst. Heute fanden sie ihren Optimismus wieder. Auch Hellas-Hoffnungen beflügelten die Wall Street. Im Fokus: ein möglicher Aktiensplit von Netflix.
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New YorkDie US-Börsen haben sich am Mittwoch auf Erholungskurs begeben. Nach vier Handelstagen mit Verlusten arbeiteten sich die Indizes zur Wochenmitte in positives Terrain zurück. Händler begründeten die Kursaufschläge auch mit Hoffnungen auf eine Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland. Im Mittelpunkt des Interesses stand aber erneut auch der ungewisse Zeitpunkt der Zinswende in den USA. Die Frage, wann die Notenbank Federal Reserve die Zügel wieder anzieht, hatte die Wall Street zuletzt ausgebremst.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent höher auf 18.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 2105 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,3 Prozent auf 5076 Stellen zu.

Für Aufsehen sorgte eine Fusion in der Versicherungsbranche: Die Tokio Marine Holdings will den US-Konkurrenten HCC Insurance für 7,5 Milliarden Dollar übernehmen. HCC-Aktien schossen 36,4 Prozent in die Höhe.

Netflix -Aktien stiegen 3,7 Prozent. Die Online-Videothek hatte den Weg für einen Aktiensplit freigemacht. Bei einem solchen Schritt bekommen Anleger für jeden gehaltenen Anteilsschein mehrere neue. Dadurch werden die Titel optisch billiger und für Kleinanleger attraktiver, da diese sich oft scheuen, mehrere hundert Dollar für eine einzige Aktie hinzublättern.

Eine mögliche Aufspaltung beflügelte Johnson Controls. Die Aktien des US-Autozulieferers stiegen um fast vier Prozent. Der Continental -Konkurrent prüft nach eigenen Angaben die Optionen für eine Ausgliederung des Geschäfts mit Autositzen, Armaturenbrettern und Innenverkleidungen, das derzeit etwa 52 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt.

Die Hoffnung auf eine Einigung in der griechischen Schuldenkrise gab auch den europäischen Börsen Auftrieb. Genährt wurden diese Spekulationen Börsianern zufolge von der Reuters-Meldung, dass die Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Notfall-Kredite für griechische Banken ausweitet.

Der Dax verabschiedete sich daraufhin mit einem Plus von 2,4 Prozent bei 11.265,39 Punkten in den Feierabend und verbuchte damit den größten Tagesgewinn seit einem knappen halben Jahr. Der EuroStoxx50 gewann zwei Prozent auf 3.526,48 Zähler.

Einem Insider zufolge stockte die EZB die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank für die Geschäftsbanken des Landes um 2,3 Milliarden Euro auf. Ohne eine Einigung auf weitere Finanzhilfen droht Griechenland die Pleite.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 2207 Werte legten zu, 849 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 2032 im Plus, 731 im Minus und 161 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 20/32 auf 96-27/32. Die Rendite stieg auf 2,488 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-10/32 auf 95-25/32 und rentierte mit 3,221 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit dem großen Angebot von Unternehmensanleihen und der milliardenschweren Auktion von Staatspapieren in dieser Woche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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