Börse New York
US-Indizes drehen zum Handelsschluss ins Minus

Positive Job-Daten stimmten Anleger an der Wall Street bis in den Nachmittag optimistisch. Doch die Nachricht einer Niederlage von Apple im Patentstreit mit Samsung machten die Gewinne zunichte.
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New YorkKursverluste von Apple nach einem Rückschlag im Patentstreit mit Samsung haben am Donnerstag alle Gewinne an der Wall Street nach überraschend guten Arbeitsmarktdaten aufgezehrt.

Ein US-Berufungsgericht hob am Nachmittag ein vorläufiges Verkaufsverbot für Samsungs Smartphone Galaxy Nexus auf. Die Apple-Aktie fiel knapp zwei Prozent. Zuvor sorgten positive Nachrichten vom gebeutelten US-Arbeitsmarkt für Aufschläge, die sich jedoch nicht lange halten konnten.

In der vergangenen Woche beantragten so wenig Amerikaner wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr zum ersten Mal Arbeitslosenhilfe. Der Kater setzte bald ein: "Die Realität zeigt, dass es nur Ein-Wochen-Zahlen sind und revidiert werden können, deswegen kam es zu den Gewinnmitnahmen", sagte Chef-Investmentstratege Tim Ghriskey von Solaris Asset Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 13.326 Punkte. Der Leitindex pendelte zwischen diesem Stand und 13.428 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stagnierte bei 1432 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel knapp 0,1 Prozent auf 3049 Zähler. Der Dax in Frankfurt ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 7281 Stellen aus dem Handel.

Neben den Jobdaten standen weitere Konjunkturdaten im Mittelpunkt. Das Defizit in der US-Außenhandelsbilanz weitete sich im August auf 44,2 Milliarden Dollar aus. Experten hatten lediglich mit 44,0 Milliarden Dollar gerechnet. Zudem ging die Menge der Exportgüter den fünften Monat in Folge zurück. Die schwache weltweite Nachfrage stimmte Investoren vorsichtig.

Für die größten Ausschläge am Aktienmarkt sorgte die Nachricht, dass der japanische Mobilfunker Softbank den US-Konkurrenten Sprint Nextel übernehmen will. Die Sprint-Nextel-Anteilsscheine schossen 14,3 Prozent in die Höhe. Die Papiere von Clearwire, an denen Sprint fast die Mehrheit hält, gingen mit plus 70 Prozent durch die Decke. Ein Sprint-Großaktionär vermutete, dass der Konzern Clearwire komplett übernehmen könnte.

Einem Nikkei-Bericht zufolge könnte die Softbank über Sprint auch Jagd auf den kleineren Rivalen MetroPCS machen. Auf diesen hat es auch die Deutsche Telekom abgesehen, die bereits eine Offerte abgegeben hat. MetroPCS-Papiere verloren 3,3 Prozent. In Frankfurt schlossen Telekom-Aktien 1,6 Prozent höher.

Zu den Gewinnern gehörten die Realogy-Papiere. Die Apollo-Global-Management-Tochter legte am Tag ihres Marktdebüts mehr als 26 Prozent zu. Der Immobilien-Dienstleister sammelte bei seinem Börsengang 1,1 Milliarden Dollar ein und markierte nach Facebook und Santander Mexico den drittgrößten US-IPO.

Auf der Verliererseite fand sich der Einzelhändler Safeway wieder. Die Aktien des US-Branchenzweiten gaben 3,5 Prozent nach. Der Konzern erfüllte im abgelaufenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen nicht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Millionen Aktien den Besitzer. 1961 Werte legten zu, 1023 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1462 im Plus, 971 im Minus und 124 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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