Börse New York
Wall Street: Anleger strafen Amazon und Microsoft ab

Nach einer fast zweiwöchigen Kursrally trotzen die US-Börsen heute allen schlechten Nachrichten. Händler verwiesen auf eine Reihe enttäuschender Unternehmenszahlen, etwa von Microsoft und Amazon. Trotzdem schließt der Dow Jones Index mit 0,26 Prozent im Plus. Die Aktien einer möglichen Pleitebank verloren aber 32 Prozent.

HB NEW YORK. Nach einer fast zweiwöchigen Kursrally haben sich die US-Börsen am Freitag trotz teilweise überraschend schwacher Quartalsbilanzen stabil gezeigt. Während die Standardwerte-Indizes vor allem von Kursgewinnen im Pharma- und Energiesektor profitierten und sogar den Sprung ins Plus schafften, gelang es den NASDAQ-Indizes nicht, sich von den Enttäuschungen bei Microsoft, Amazon und Broadcom komplett zu erholen. Die aktuellen Daten zum Konsumklima von der Uni Michigan, denen zufolge sich die Stimmung im Juli nicht ganz so stark wie ursprünglich gemeldet eingetrübt hatte, beeinflusste die Börsen kaum.

Der US-Leitindex Dow Jones übersprang kurz vor Handelsschluss zeitweise die Marke von 9 100 Punkten und ging schließlich mit plus 0,26 Prozent auf 9 093 Zählern auf dem höchsten Schlussstand seit Anfang November 2008 in das Wochenende. Auf Wochensicht gewann der Dow damit vier Prozent. Seit seiner Rally ab dem 13. Juli, die er nur am Mittwoch unterbrochen hatte, stieg er um knapp zwölf Prozent.

Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,30 Prozent auf 979 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index nach zwölf Handelstagen mit Gewinnen nun 0,39 Prozent auf 1 965 Zähler, gewann aber auf Wochensicht 4,2 Prozent. Seit dem 8. Juli stieg er um insgesamt knapp 13 Prozent. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es am Freitag um 0,15 Prozent auf 1 599 Punkte abwärts.

Es war vor allem der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft , der mit seinen unerwartet schwachen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr die Anleger enttäuschte. Die Wirtschaftskrise und die Flaute am PC-Markt hatten Microsoft weit drastischer getroffen als erwartet. Nach einem kräftigen Gewinneinbruch im vergangenen Quartal hatte der US-Gigant erstmals seit seinem Börsengang 1986 ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus beendet. Der Überschuss war im vierten Geschäftsquartal um fast 30 Prozent eingebrochen. Die Aktien gaben am Ende des Dow und des NASDAQ 100 um 8,26 Prozent auf 23,45 US-Dollar nach.

Die Papiere von American Express (AmEx) konnten sich nach einem sehr schwachen Start dagegen erholen und schlossen sogar mit plus 0,20 Prozent auf 29,51 Dollar. Der Kreditkarten-Konzern hatte im zweiten Quartal ebenfalls stärker unter der Krise gelitten als von einigen Analysten befürchtet. Der Gewinn war um 84 Prozent eingebrochen. Da immer mehr Bürger ihre Kreditkarten-Schulden nicht mehr begleichen können, musste der Konzern zuletzt bei den Kreditkartenschulden jeden zehnten Dollar in den Wind schreiben. Auf das Ergebnis hatten auch Belastungen durch die Rückzahlung der vom Staat in der Krise erhaltenen Milliardenhilfen gedrückt.

Bankaktie verliert 32 Prozent

Mit der Aktie der Guaranty Financial Group (GFG) rückte zudem ein weiterer Bankenwert in den Fokus, nachdem bereits der Mittelstandsfinanzierer CIT in den vergangenen zwei Wochen Schlagzeilen gemacht hatte. Die GFG-Titel brachen um knapp 32 Prozent ein. Die texanische Bank hatte mitgeteilt, sie habe nicht genug Kapital von ihren Aktionären einsammeln können, so dass sie nun unterkapitalisiert sei und ihren Geschäftsbetrieb wohl nicht mehr fortsetzen könne. Mit staatlichen Hilfen sei zudem nicht zu rechnen, hieß es. Börsianer sagten: Damit drohe den USA nun die größte Bankpleite dieses Jahres. Die Papiere der CIT Group legten um 1,35 Prozent zu, nachdem sie zeitweise prozentual zweistellige Kursgewinne verzeichnet hatten. Der weiter von der Pleite bedrohte Mittelstandsfinanzierer erwägt einem Zeitungsbericht zufolge seine eigene Zerschlagung. Zur Sanierung könnte mehr als die Hälfte der Konzernteile verkauft werden, zitierte das "Wall Street Journal" am Freitag Insider.

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