Börse New York
Wall Street atmet durch

Nach Wochen mit Kursgewinnen ließen es die US-Börsen am Montag ruhig angehen. Die Indizes notierten kaum verändert. Eine Kehrtwende beim Smartphone-Pionier Blackberry sorgte für einen Absturz der Aktie.
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New YorkNach der Rekordjagd der vergangenen Wochen hat die Wall Street am Montag nochmals fester geschlossen. Die Investoren gaben sich aber vorsichtig und warteten auf weitere Hinweise darauf, wann die US-Notenbank (Fed) ihre Konjunkturhilfen zurückfahren will. Entsprechend war der Aktienumsatz gering. "Ehrlich gesagt: Es gibt nicht viele Neuigkeiten - wir atmen durch", sagte Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent fester mit 15.639 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 15.588 und 15.658 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,4 Prozent auf 1767 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 3936 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent im Plus auf 9037,23 Zählern und damit so hoch wie nie zuvor.

Die US-Aktienmärkte haben bereits vier Wochen mit steigenden Kursen hinter sich. Der S&P-500-Index eilte von Rekord zu Rekord. Das liegt an der Erwartung, dass die Fed ihre massiven Wertpapierkäufe wegen des jüngsten Haushaltsstreits erst ab Anfang kommenden Jahres drosseln wird. Zuletzt hatten überraschend starke Daten zur Entwicklung der Industrie aber Spekulationen genährt, dass die Fed nun doch früher damit beginnen könnte. Allerdings sagte der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, die Notenbank werde ihre Entscheidung nicht überstürzen.

Die Märkte stellten sich allmählich auf den Kurswechsel der Fed ein, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments. Die Anleger wüssten, dass die extrem lockere Geldpolitik ein Ende haben müsse und dieses wahrscheinlich bald kommen werde.

Unter den Einzelwerten stand BlackBerry im Rampenlicht. Der Kurs des angeschlagenen Smartphone-Pioniers fiel an der Nasdaq um 16,4 Prozent. Die Hoffnung auf eine Rettung durch einen Käufer hat sich zerschlagen. Dank einer milliardenschweren Finanzspritze von Investoren hat das Unternehmen aber Zeit gewonnen und versucht nun, mit einem Chefwechsel das Ruder herumzureißen.

Kellog stiegen um 0,7 Prozent. Der Cornflakes-Hersteller gab einen leichten Gewinnanstieg bekannt und kündigte einen deutlichen Stellenabbau an.

Der Kurs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gab 0,4 Prozent nach. Das Unternehmen zahlt 2,2 Milliarden Dollar, um Ermittlungen der US-Behörden zu beenden. Die Vorwürfe lauten auf Schmiergeldzahlungen an Apotheker sowie den Vertrieb von Arzneien für nicht zugelassene Anwendungen.

Die Papiere von Oxygen Biotherapeutics setzten ihren Höhenflug mit einem Kursaufschlag von 60 Prozent auf 5,15 Dollar fort. Der Kosmetik- und Medizinprodukte-Hersteller hatte vor einigen Tagen über eine ermutigende Studie für eines seiner Medikamente berichtet. Anfang September hatten die Aktien noch 1,19 Dollar gekostet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0.66 Milliarden Aktien den Besitzer. 2007 Werte legten zu, 955 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.8 Milliarden Aktien 1679 im Plus, 853 im Minus und 114 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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