Börse New York
Wall Street erholt sich von Verlusten der vergangenen Woche

Zwar schick Hillary Clinton Biotech-Aktien mit einer Kampfansage auf Talfahrt, doch scheint nach dem Fed-Entscheid der vergangenen Woche wieder etwas Zuversicht eingekehrt zu sein. Die US-Börsen schließen mit Gewinnen.

New YorkDie US-Börsen haben am Montag die Verluste der vergangenen Woche zum Teil wettgemacht. Zu den Gewinnern gehörten Finanztitel, die nach der Sitzung der US-Notenbank Fed am Donnerstag die meisten Federn lassen mussten. Für negative Impulse sorgte indes die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, die überhöhten Preisen von Medikamenten den Kampf ansagte. Sie wolle am Mittwoch einen Plan gegen „Wucher“ im Arzneimittelsektor vorlegen, kündigte Clinton an und schickte damit Biotech-Aktien auf Talfahrt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 16.510 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,5 Prozent auf 1966 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq präsentierte sich kaum verändert bei 4828 Stellen. Zu den größten Verlierern gehörten Biotech-Aktien wie Biogen, die fast sechs Prozent nachgaben.

In der vergangenen Woche hatte die Fed die von manchen Volkswirten erwartete erste Anhebung der US-Zinsen seit fast zehn Jahren gescheut. Zur Begründung verwies sie auf die Lage der Weltwirtschaft, auf Schwankungen an den Finanzmärkten und die niedrige Inflation. US-Zentralbanker Dennis Lockhart dämpfte am Montag auch Erwartungen an eine US-Zinserhöhung im Oktober.

Insgesamt sei der Handel sehr volatil gewesen und folge damit dem jüngsten Trend, sagten Händler. „Wir haben ein neues Niveau an Unsicherheit und das hindert den Anleger daran, sich den Ball zu schnappen und mit ihm wegzulaufen“, sagte Bucky Hellwig von BB&T Wealth Management.

Die Papiere von US-Autobauern profitierten zunächst nicht von der Abgasaffäre des deutschen Konkurrenten Volkswagen. Die Kurse von General Motors und Ford blieben fast unverändert.

Zu den Verlierern gehörten die Papiere des Actionkamera-Herstellers GoPro. Sie verloren mehr als acht Prozent. Auslöser war ein Bericht des Anlegermagazins „Barron's“, wonach die jüngsten Produkte bei den Kunden schlechter als erwartet ankämen.

Auf dem Frankfurter Parkett versetzte die Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA die Volkswagen-Aktionäre in Angst und Schrecken und verunsicherte den ganzen Aktienmarkt. Der Dax hinkte mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 9948,51 Punkten den übrigen Börsen in Europa hinterher. Der EuroStoxx50 legte 0,9 Prozent auf 3184,72 Punkte zu und machte damit einen kleinen Teil seines dreiprozentigen Kursrückgangs nach der Fed-Entscheidung der vorigen Woche wieder gut. „Aber hier in Frankfurt hat der VW-Skandal die Diskussion um die Zinspolitik der Fed völlig verdrängt“, sagte ein Händler. VW stürzten um 18,6 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 132,20 Euro ab.

Der Kurs des Euro rutschte wieder unter 1,12 Dollar und wurde in New York zuletzt bei 1,1194 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1250 (Freitag: 1,1419) Dollar festgesetzt. Am Markt für US-Staatsanleihen fiel der Kurs der richtungweisenden zehnjährigen Papiere um 17/32 auf 98 9/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,19 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1827 Werte legten zu, 1216 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Milliarden Aktien 1308 im Plus, 1492 im Minus und 163 unverändert.

Die anhaltende Unsicherheit über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA drückte die Kurse an den US-Kreditmärkten. Die zehnjährigen Papiere fiel um 19/32 auf 98-6/32. Sie rentierten mit 2,2 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um 22/32 auf 97-6/32 nach und hatten eine Rendite von 3,02 Prozent.

Agentur
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dpa 
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