Börse New York
Wall Street im Sog Europas

Die Nachrichten aus Europa sorgen auch in den USA für Unruhe. Die wichtige Indizes stehen an der New Yorker Börse deutlich im Minus. Der Einzelhändler Wal-Mart sorgt mit einem Bestechungsskandal für Schlagzeilen.
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New YorkDie politischen und konjunkturellen Unsicherheiten in Europa sowie Bestechungsvorwürfe gegen den weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart haben die US-Börsen am Montag belastet. Beunruhigt wurden die Anleger vor allem vom Rücktritt der niederländischen Regierung. Zudem schürte nach der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich die Aussicht auf einen dortigen Machtwechsel Sorgen, die Sparanstrengungen in der Euro-Zone könnten nachlassen. Hinzu kamen neue Hinweise darauf, dass die Wirtschaft des Währungsraums ihre Talfahrt beschleunigt. Industrie und Dienstleister verbuchten im April schwächere Geschäfte.

„Europa gibt derzeit die Richtung vor“, sagte Joe Cogan von Topeka Capital Markets. „Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass die Angst der Investoren schnell verfliegen wird.“ Der Markt könne nach dem jüngsten Rückschlag noch zwei bis drei Prozent nachgeben, bevor die Anleger wieder zurückkehrten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,8 Prozent tiefer bei 12.927 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.845 und 13.028 Zählern. Auch der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,8 auf 1366 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ein Prozent auf 2970 Punkte nach. In Frankfurt hatte der Deutsche Aktienindex 3,4 Prozent auf 6523 Zähler verloren.

Unter den Einzelwerten gerieten insbesondere die Aktien von Wal-Mart unter Druck. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Konzern 2005 eine Untersuchung wegen Bestechung in Mexiko verhindert. Insgesamt sollen Wal-Mart-Manager mehr als 24 Millionen Dollar gezahlt haben, um die Eröffnung neuer Geschäfte in dem mittelamerikanischen Land zu forcieren. Die Wal-Mart-Aktie fiel 4,7 Prozent.

Kellog-Papiere gaben 6,1 Prozent nach. Der Cornflakes-Hersteller kappte seine Prognose für dieses Jahr. Gegen den Trend legten Xerox 0,1 Prozent zu. Der hauptsächlich für seine Kopierer bekannte Konzern stellte ein Gewinnplus für das zweite Quartal in Aussicht. Um 52 Prozent auf 31,62 Dollar legten die Papiere von Ardea Bioscience zu. Der britisch-schwedische Pharmariese AstraZeneca will den US-Rivalen für 950 Millionen Euro oder 32 Dollar pro Aktie kaufen. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,78 Milliarden Aktien den Besitzer. 779 Werte legten zu, 2220 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 611 Titel im Plus, 1930 im Minus und 84 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ...
    richmond fed index bei 14 punkten
    erwartet waren nur 6 punkte im april
    ..
    16.oo
    ..

  • "Geldausgabe soll der Staat übernehmen" - das war zu Zeiten Eddas und Thors nicht einmal so: Zentralismus wird das genannt und das hatten wir doch schon. Der Staat gibt dann nicht aus, sondern steckt ein wie seit Dekaden schon. Modelldenken hilft da auch nicht; auch Honecker war gierig. Siehe die morallose Margot, die in Santiago de Chile dahinklappert und saudumm plappert

  • Die Sparanstrengungen Europas könnten ohne weiters nachlassen, wenn man endlich den einzig vernünftigen Schritt macht: die Geldausgabe soll der Staat übernehmen, wie sich das gehört, und die Zinsen werden abgeschafft und zwar mindestens 30 Jahre rückwirkend, Dann wäre der Spuk schnell vorbei und basta.

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