Börse New York
Wall Street kommt kaum vom Fleck

Die US-Börsen sind am Mittwoch nicht vom Fleck gekommen. Kurz vor der Vereidigung Trumps herrscht noch Unklarheit über dessen Wirtschaftspläne. Die mit Spannung erwartete Yellen-Rede spielte für Anleger kaum eine Rolle.
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New YorkDie US-Börsen haben sich am Mittwoch kaum bewegt. Die Anleger hielten sich vor der Amtseinführung des künftigen Präsidenten Donald Trump am Freitag zurück, sagten Analysten. Ermutigende Signale kamen erneut von US-Großbanken.

Eine mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen spielte am Markt kaum eine Rolle. Nach behutsamen Leitzinserhöhungen in den vergangenen Jahren will Yellen das Tempo verschärfen. Es sei sinnvoll, die Zinsen schrittweise anzuheben, sagte die Währungshüterin. Die Notenbank Fed sei ihren Zielen - Vollbeschäftigung und stabile Preise - nahe.

Die Zentralbank hatte im Dezember den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben und drei Schritte nach oben für 2017 in Aussicht gestellt. Yellen sagte dazu, sie habe im vorigen Monat „mehrere“ Zinserhöhungen pro Jahr bis ins Jahr 2019 hinein ins Auge gefasst.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 19.804 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg dagegen 0,2 Prozent auf 2271 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 5555 Punkte.

„Es herrscht eine große Verunsicherung am Markt, was die Umsetzung von Trumps politischen Plänen betrifft“, sagte Analyst Quincy Krosby vom Broker Prudential Financial. „Aber der Markt scheint dem künftigen Präsidenten auch einen Vertrauensvorschuss einzuräumen.“

Mit Schulterzucken quittierten Investoren die Quartalsergebnisse von Goldman Sachs. Die Aktien der US-Investmentbank lagen zuletzt 0,6 Prozent im Minus, obwohl das Institut dank eines florierenden Anleihehandels den Gewinn überraschend stark auf 2,15 Milliarden Dollar fast vervierfachte. Konkurrent Morgan Stanley hatte im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren noch besser abgeschnitten. Citigroup legte eine Steigerung des Quartalsergebnisses im Rahmen der Markterwartungen vor. Ihre Aktien notierten 1,7 Prozent tiefer.

Die Papiere von Target gaben fast sechs Prozent nach. Der Einzelhändler senkte nach einem Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft seine Gewinnprognose.

Auch die Deutsche Bank stand erneut im Rampenlicht. Das Institut muss wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt 7,2 Milliarden Dollar zahlen - mehr als andere Banken, denen ähnliche Verstöße vorgeworfen wurden. Die Eckpunkte des Vergleichs und die Höhe der Belastungen waren allerdings schon bekannt. Die auch in den USA notierte Aktie legte knapp ein Prozent zu.

Wegen der unklaren Aussichten für die Weltwirtschaft trauten sich nur wenige Anleger an die europäischen Aktienmärkte heran. „Es ist wie die Ruhe vor gleich mehreren Stürmen“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. In Frankfurt legte der Dax 0,5 Prozent auf 11.599,39 Punkte zu, der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 3294 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 1566 Werte legten zu, 1358 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,68 Milliarden Aktien 1607 im Plus, 1252 im Minus und 209 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach der Yellen-Rede nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 24/32 auf 96-13/32. Die Rendite stieg auf 2,413 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-12/32 auf 97-20/32 und rentierte mit 2,997 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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