Börse New York
Wall Street reagiert erleichtert auf Comeys Aussage

Die US-Börsianer haben erleichtert auf die Aussagen des Ex-FBI-Chefs James Comey reagiert. Offenbar gehen die meisten davon aus, dass Comeys Aussagen die Regierungsarbeit von US-Präsident Trump nicht beeinträchtigen.
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New YorkDie Wall Street hat auf die Aussage des geschassten FBI-Chefs James Comey erleichtert reagiert. Der Dow Jones drehte bei der Aussage Comeys vor einem Senatsausschuss ins Plus, gab später die Gewinne allerdings wieder ab. Die meisten Investoren gehen offenbar davon aus, dass die Regierungsarbeit von Präsident Donald Trump durch die Vernehmung nicht beeinträchtigt wird. Comey bezichtigte Trump zwar der Lüge, machte öffentlich aber keine Angaben dazu, ob der Republikaner in der Russland-Affäre die Justiz behindert haben könnte. Dies wäre ein schwerwiegender Vorwurf. Die Aussage Comeys wurde mit Spannung erwartet, weil viele Anleger darauf setzen, dass Trump etwa seine Pläne für eine Steuerreform umsetzt. Eine für ihn überraschend negative Aussage Comeys hätte seinen Rückhalt im Kongress schwinden lassen können und Reformen erschwert.

Der Dow Jones gab seine Gewinne wieder ab und schloss fast unverändert mit 21.182 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 verharrte bei 2433 Stellen. Dagegen rückte der Nasdaq-Index um 0,4 Prozent auf 6321 Zähler vor. In Frankfurt war der Dax mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel gegangen.

Wall-Street-Investoren blicken auch nach Großbritannien, wo am Donnerstag das Parlament gewählt wurde. Eine erste Prognose wurde für 23.00 Uhr MESZ erwartet - zu spät für die US-Aktienmärkte, die um 22.00 Uhr den Handel beendeten.

Bei den Einzelwerten standen am Donnerstag Papiere des Onlinehändlers Alibaba im Mittelpunkt. Der Konzern begeisterte Aktionäre mit einer Umsatzprognose. Der Kurs stieg um mehr als 13 Prozent. Auch die Anteilscheine von Alibaba-Großaktionär Yahoo legten zu: Das Plus betrug mehr als zehn Prozent.

Ebenfalls um mehr als zehn Prozent ging es für die Edelkaufhauskette Nordstrom nach oben. Hintergrund sind Erwägungen der Gründerfamilie, das Unternehmen wieder ganz in die eigenen Hände zu bringen und von der Börse zu nehmen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 911 Millionen Aktien den Besitzer. 1665 Werte legten zu, 1222 gaben nach, und 176 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,12 Milliarden Aktien 1899 Werte im Plus, 958 im Minus und 198 unverändert.

US-Staatsanleihen, die in Krisenzeiten als sicherer Hafen gelten, waren weniger gefragt. Die zehnjährigen Papiere gaben um 3/32 auf 101-20/32 nach. Die Rendite stieg auf 2,19 Prozent. Bei den 30-jährigen Bonds betrug das Minus 9/32 auf 102-31/32. Sie rentierten mit 2,85 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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