Börse New York
Wall Street schließt im Minus

Die Zurückhaltung der US-Notenbank hat auf die Stimmung der Anleger in den USA gedrückt. Der Dow Jones stürzte zum Handelsbeginn ab, rappelte sich wieder auf - aber verpasste den Sprung in die Gewinnzone.
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New YorkSorgen über ein Abflauen der weltweiten Konjunkturentwicklung haben die Wall Street am Donnerstag ins Minus gedrückt. Zum Start der Bilanzsaison hielten sich auf dem Parkett Befürchtungen, die flaue Konjunktur könnte sich auf die Gewinne der Konzerne durchschlagen.

Enttäuscht reagierten Anleger auf die Zurückhaltung der US-Notenbank Fed bei der Stützung der Wirtschaft. Dem Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses zufolge plädieren viele Fed-Mitglieder dafür, auf weitere Anleihe-Käufe nur im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung zurückzugreifen.

Positiv aufgenommen wurden dagegen Nachrichten vom gebeutelten Arbeitsmarkt: In der vergangenen Woche stellten so wenig Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit März 2008 nicht mehr.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 12.573 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbaromter zwischen 12.492 und 12.630 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1334 Punkten, ein Abschlag von 0,5 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent und ging mit 2866 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt verlor der Dax 0,5 Prozent auf 6419 Punkte.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke verlor die Aktie des Mutterkonzerns GM 2,9 Prozent. Im Aufsichtsrat und bei Experten sorgte der Paukenschlag für Verwunderung - besonders, weil ein Nachfolger offenbar erst gesucht werden muss.

Nach einer Reihe von Gewinnwarnungen von Technologieunternehmen wie Advanced Micro Devices und Applied Materials standen Branchenwerte auf den Verkaufszetteln. So kamen die in den USA gehandelten Papiere des indischen IT-Schwergewichts Infosys mit einem Abschlag von elf Prozent unter die Räder. Das Unternehmen hatte seine Absatzprognose stärker als erwartet zusammengestrichen.

Europas größter Softwarehersteller SAP konnte dagegen mit seinem Rekordumsatz auf dem Parkett punkten. Die in den USA gehandelte Aktie verteuerte sich um fast drei Prozent, nachdem SAP im abgelaufenen Quartal deutlich mehr Software verkaufte als Börsenexperten erwartet hatten.

Im Fokus stand auch die Aktie der Großbank JPMorgan. Am Freitag wird das Institut als erstes US-Geldhaus Einblick ins abgelaufene Quartal geben. Die Bank steht wegen eines milliardenschweren Handelsverlustes und der Verwicklung in den Libor-Skandal unter Beschuss. Der Anteilschein gab 1,6 Prozent nach.

Das Papier der drittgrößten US-Supermarktkette Supervalu brach um 49 Prozent auf 2,69 Dollar ein. Supervalu enttäuschte Anleger mit der Aussetzung der Dividendenzahlung.

Zu den Gewinnern gehörte die Merck -Aktie, die mehr als vier Prozent zulegte. Das Pharmaunternehmen gab bekannt, sein neues Osteoporose-Medikament Odanacatib wirke besser als erwartet und verringere deutlich die Gefahr von Brüchen. Merck kündigte an, in der ersten Jahreshälfte 2013 die Anmeldung für das Mittel bei den Gesundheitsbehörden in den USA, Europa und Japan einzureichen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 1107 Werte legten zu, 1877 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 998 im Plus, 1460 im Minus und 120 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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